John Boyne

Feuer

Roman
Cover: Feuer
Piper Verlag, München 2025
ISBN 9783492073936
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch. Was, wenn die Schuld bestimmt, wer wir sind? - John Boynes "Die Elemente". Als Chirurgin an einer Londoner Klinik rettet Freya täglich Leben. Die Spezialistin für Hauttransplantationen hilft Brandopfern, engagiert sich für Nachwuchsmediziner und genießt ihren gesellschaftlichen Status. Doch hinter der Fassade der erfolgreichen Einzelgängerin schwelt eine düstere Vergangenheit. Tag für Tag fürchtet Freya, entdeckt zu werden. Denn seit sie als Kind einem üblen Streich zweier Spielkameraden zum Opfer gefallen ist, führt sie einen Rachefeldzug gegen die Unschuld.Mitreißend und klug erkundet John Boyne in "Feuer" die Abgründe der menschlichen Natur und stellt die unbequeme Frage, was Schuld bedeutet, wenn Opfer zu Tätern werden."Feuer" ist Teil 3 von John Boynes großem Erzählprojekt "Die Elemente".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2025

"Atemlos" liest sich Rezensent Tobias Döring durch diese Kurzromanreihe von John Boyne. Die nur etwa 150 Seiten langen "weltumgreifenden, verschlungenen" Geschichten spielen etwa in Sydney, Dublin oder London, führen aber immer wieder zurück zu einer kleinen Insel vor der irischen Westküste, lesen wir. Alle Figuren sind mit diesem einsamen Eiland auf die ein oder andere Weise, aber auch untereinander, verbunden, erklärt der Kritiker. So unterschiedlich die Charaktere der Geschichten sind, der erste Teil "Wasser" dreht sich beispielsweise um eine ältere Frau, die auf der Insel ein neues Leben beginnen will, so ist ihnen doch allen etwas gemeinsam: Ihre Schicksale führen allesamt auf "zutiefst verstörende" Verbrechen zurück, meist sexueller Natur, verrät der Kritiker. Da eröffnen sich Döring wirklich brutale "Schreckenshorizonte", was vor allem in dieser Kürze ziemlich intensiv ist. Gut übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner und Maria Hummitzsch entfalten die Geschichten so einen dunklen Sog, dem sich der Kritiker schwer entziehen kann. Allerdings gelingt das nicht immer gleich gut, in den mittleren Bänden sind es Döring der Knalleffekte etwas zu viel. Boynes erweist sich im "Elementenquartett" wieder einmal als Erzähl-Profi, findet Döring. Allerdings kommt dem Kritiker diese Reihe gerade dadurch streckenweise ein wenig zu routiniert vor, eher wie eine erzählerische Fingerübung. Nichtsdestotrotz verbringt er eine spannende Lektüre.