Johannes V. Jensen

Himmerlandsgeschichten

Cover: Himmerlandsgeschichten
Guggolz Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783945370247
Gebunden, 235 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg. Mit einem Nachwort von Reinhard Kaiser-Mühlecker. Johannes V. Jensen (1873-1950) schuf in seinen "Himmerlandsgeschichten" Figuren, die er den Menschen aus seiner Kindheit nachempfand und in der Literatur unsterblich werden ließ. Wir lernen Donnerkalb kennen, einen verwachsenen Einzelgänger, der eigensinnig und unverdrossen den Geschäften seines Lebens nachgeht.
Auch das junge Genie Jens, Protagonist einer anderen Geschichte, der erfüllt ist von hochstrebenden Plänen, die er bis zum frühzeitigen Sterbebett nicht aufgeben wird, rückt uns berührend nahe. Außerdem erfahren wir von der Ankunft des Wanderzirkus Wombwell, durch den die weite Welt ins Himmerland einzieht und der die Bewohner in hellen Aufruhr und Erregung versetzt. Jede Geschichte enthält ganze Existenzen und ist doch nur ein Mosaikstein im Kosmos des Jensen'schen Himmerlands.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2020

Rezensent Jochen Schimmang empfiehlt Johannes V. Jensens Geschichtensammlung von 1904 in der "bravourösen" Übersetzung von Ulrich Sonnenberg. Kennenzulernen ist laut Schimmang ein Autor, der seine bäuerliche Heimat im dänischen Himmerland ohne Folklore, dafür mit Sinn für Klassenunterschiede und die sturen Charaktere der Region zu erfassen weiß. Es geht um Habgier, Vergewaltigung, ums Wegkommen und Findelkinder in den Erzählungen, die für Schimmang durch distanzierte Perspektive und andere Kunstgriffe erst dem Melodram entkommen. Spannung beziehen die Texte aus dem Verhältnis von archaischer Provinz und einem "da draußen", einer neuen Welt, erläutert Schimmang.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.02.2020

Rezensent Peter Urban-Halle rät zur Wiederentdeckung des dänischen Autors und Nobelpreisträgers Johannes V. Jensen. Gut geeignet scheint ihm dieser mit einem Nachwort von Reinhard Kaiser-Mühlecker versehene Band mit Erzählungen des Dänen, den man laut Kritiker am besten mit Gottfried Keller oder Jeremias Gotthelf vergleichen kann. Erzählt wird von Mord, Verwahrlosung und Vergewaltigung - und zwar ganz ohne Moral oder Pointe, hält Urban-Halle fest. Lebensnahe Figuren, zu denen der Autor aber Distanz hält und ein "kraftvoller" Erzählton nehmen den Rezensenten für Jensen ein.