Herausgegeben von Steffen Höhne, Klaus Johann und Mirek Nemec. Leben und Werk des deutschsprachigen Prager Schriftstellers Johannes Urzidil stehen im Mittelpunkt dieses Bandes. Er nimmt dessen vielfältiges Oeuvre in den Blick, das in seiner böhmischen Heimat wie im New Yorker Exil entstand. Die Beiträge beleuchten Urzidils Bedeutung als Erzähler und Lyriker, als politischer Zeitungs- und Rundfunkjournalist, als Verfasser von kunst-, kultur-, literatur- und landesgeschichtlichen Essays und Monographien sowie als Übersetzer aus dem Tschechischen und Englischen. Der bedeutende Mittler zwischen Deutschen und Tschechen, Christen und Juden, Europa und Amerika wird so wieder stärker im kulturellen Gedächtnis verankert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2013
Der von Steffen Höhne, Klaus Johann und Mirek Nemec herausgegebene Sammelband "Johannes Urzidil" greift auf, was vor zwei Jahren das Lesebuch "Hinternational" von Klaus Johann und Vera Schneider bereits angestoßen hatte: die lange überfällige Würdigung eines der Hauptvertreter böhmisch-mitteleuropäischer Exilkultur, freut sich Rezensent Rüdiger Görner. Im New Yorker Exil schrieb Urzidil nicht nur Prosa und Lyrik, sondern setzte sich auch intensiv theoretisch mit der Kultur seines Gastlandes auseinander, die ihm wiederum einen neuen Blick auf seine Heimat erlaubte, erklärt der Rezensent. Die Autoren der insgesamt dreißig Beiträge konnten für ihre Forschung auf die Ergebnisse der zehnjährlich stattfindenden internationalen Urzidil-Tagungen zurückgreifen, weiß Görner, der inständig hofft, dass das gewachsene akademische Interesse sich bald in einer ordentlichen Gesamtausgabe niederschlägt, die diesen Schriftsteller einer breiteren Leserschaft öffnen könnte.
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