Johannes Fried

Das Mittelalter

Geschichte und Kultur
Cover: Das Mittelalter
C. H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406578298
Gebunden, 606 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit 70 Abbildungen. Johannes Fried schildert in seinem Buch die faszinierende Geschichte jener Menschen und Mächte, die Europa zu seiner geistigen und kulturellen Einheit formten, die Grundlagen der modernen Nationen schufen, Staat und Kirche in zähem Ringen voneinander lösten, die Freiheit des Bürgers erfanden und auf vielen Feldern, von der Wissenschaft bis zur Entdeckung ferner Länder, in neue Welten aufbrachen. Einzelne Menschen - bald ein Papst, bald ein König, bald ein Gelehrter, Missionar oder Kaufmann - machen sich dem Leser im Laufe des Buches bekannt und geleiten uns durch ihre Zeit. Sie lassen uns teilhaben an ihren Erfahrungen und Konflikten, an ihren Erlebnissen und Ideen. Johannes Frieds Erzählkunst bringt uns auf diese Weise das angeblich so "finstere" Mittelalter nahe. Die viel gescholtenen aufregenden Jahrhunderte des Mittelalters, so zeigt uns dieses bedeutende Werk, eröffnen in Wahrheit den Weg in unsere moderne Welt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2008

Mit diesem umfangreichen Band geht Johannes Fried gegen das schlechte Image des Mittelalters als finstere, unaufgeklärte und zügellose Zeit an, stellt Urs Hafner eingenommen fest. "Überraschend" aber durchaus schlüssig findet der Rezensent, dass der Frankfurter Mediävist das Mittelalter als Wiege der Aufklärung beschreibt. Hafner zeigt sich von den profunden historischen Kenntnissen des Autors wie auch von seinen Formulierungskünsten beeindruckt, wenn er auch mitunter eine etwas manieristische Koketterie in den Ausführungen erspürt. Was der Rezensent insgesamt aber als etwas irritierend und nicht wirklich überzeugend empfindet, ist die "Idealisierung der westeuropäischen Kultur", die er zwischen den Zeilen liest, und hier sieht Hafner just die "Aufrechnung" historischer "Leistungen und Verfehlungen" provoziert, die einer dialektische Geschichtsschreibung seiner Meinung nach nicht gerecht wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2008

Wie einen furios hingeworfenen Roman liest Christian Jostmann das Mittelalter-Buch des Mediävisten Johannes Fried. Vergleichbar erscheint ihm das hier vermittelte Wissen und die packende Sprache nur mit einigen wenigen anderen Autoren, Michael Borgolte etwa. So, gibt uns der begeisterte Rezensent zu verstehen, lässt sich das Mittelalter erleben - als Parforceritt durch 1000 Jahre europäischer Geschichte und Darstellung eines großen Aufbruchs hin zur Vernunft und zur Revolutionierung des Wissens. Dass der Autor nicht nur Bildungsgeschichte schreibt, sondern gleich eine politische, Wirtschafts-, Kirchen- und Kulturgeschichte mitliefert, hält Jostmann für grandios. Verbindungen zur Gegenwart erkennt er allenthalben, der altertümelnde, mitunter "manieristische" Wortgebrauch des Autors steht dem kaum im Wege.
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