Maruan Paschen

Weihnachten

Ein Roman
Cover: Weihnachten
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2018
ISBN 9783957576293
Gebunden, 196 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Ein Weihnachtsfest, das Fest der Liebe - oder aber das Fest der Tragödien, der Einsamkeit und der (Selbst-)Morde. Der Erzähler in Maruan Paschens Familienroman berichtet einem Therapeuten vom letzten Weihnachtsfest mit seiner Familie: seine alleinerziehende Mutter und ihre Brüder. Da geht es um das Fondue, das in Handschellen zu sich genommen wird, um eine Liebesbeziehung im Kaufhaus, den kranken Onkel Art, der einen Weihnachtsbaum samt Auto klaut, Onkel Tarzan, der Araber hasst und von seiner Familie verlassen wurde, und Onkel Berti, der beim Versuch, das Weihnachtskonzert zu dirigieren, den Fonduetopf umwirft. Immer wilder werden die Geschichten und immer mehr erfährt man vom Leben des Erzählers und seiner Familie. In Erinnerungen an frühere Weihnachtsfeste und die Familiengeschichte tritt die Vergangenheit wieder hervor. Alte Kränkungen und dunkle Geheimnisse, die über Generationen weitergegeben werden und das Leben schleichend vergiften, kommen ans Tageslicht. Aber wer tötete wen? Und wer war der Therapeut?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.09.2018

Rezensentin Doris Akrap hat schnell aufgehört, dem Erzähler-Maruan in Maruan Paschens neuem Roman "Weihnachten" zu glauben. Der Text sei nämlich "völlig übermetaphert", aber das im besten Sinne, so die Rezensentin: Paschen nehme sämtliche literarischen Erzähltraditionen auf die Schippe, tue dies aber in einer wunderbar fieberhaften Sprach-Hochstapelei. Insofern liest Akrap den Roman weniger als Geschichte von fünf Onkeln, der Großmutter und dem Erzähler, die für das Weihnachtsfondue zusammenkommen und denen ein angeblicher Mord bevorsteht, denn als Ansammlung vieler kleiner intelligenter und sprachlich kreativer Absurditäten, die Akrap sehr gut unterhalten haben.