Nicola Kaminski

Ex Bello Ars oder Ursprung der Deutschen Poeterey

Cover: Ex Bello Ars oder Ursprung der Deutschen Poeterey
C. Winter Universitätsverlag, Heidelberg 2004
ISBN 9783825315641
Gebunden, 588 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Warum vermag 1624 Martin Opitz "Buch von der Deutschen Poeterey" mit einem Schlag die deutsche Barockliteratur ins Leben zu rufen? Auf diese Frage nach dem Ursprung der Deutschen Poeterey verspricht die vorliegende Untersuchung in acht Militär- und Poetikgeschichte verschränkenden Lektüren Aufschluß. Am Anfang steht die Suche nach Opitz poetologischer Strategie, als deren Motor ausgerechnet der Dreißigjährige Krieg kenntlich wird: sein eminent innovatives Potential, wie es erstmals in der oranischen Heeresreform Gestalt gewonnen hatte. Vor diesem Horizont wird aber nicht nur die Opitzsche Poetik als nationalliterarische Reformulierung des niederländischen Unabhängigkeitskampfes lesbar; auch die durch sie initiierten deutschsprachigen Texte bis in die 1670er Jahre bekennen auf einmal in einem intensiven, aus dem Krieg sich speisenden ästhetischen Diskurs Farbe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.06.2005

Hans-Herbert Räkel überschlägt sich beinahe vor Begeisterung bei diesem hochakademisch anmutenden Buch, das Barockforschung, Militärgeschichte und Literaturwissenschaften zusammenführt. Und zugleich weit über diese Einzeldisziplinen - wie auch jede Interdisziplinarität - hinausweise. Das Buch besitzt eine literaturwissenschaftliche Hauptthese, die Räkel kurz abhandelt: der 30jährige Krieg habe die Entstehung einer deutschen Nationalliteratur begünstigt und nicht etwa behindert. Faszinierender scheint er Kaminskis Nebenthese zu finden: die Verfasserin setzt nämlich die metrischen Veränderungen, die der Barockdichter Martin Opitz durch das Alternieren von Hebung und Senkung im Versrhythmus eingeführt hat, in Bezug zur preußischen Militärreform, die sich fortan im Gleichschritt der Soldaten bemerkbar machte. Nun ist die Analogie eigentlich kein adäquates Mittel der Kulturwissenschaften, bemerkt Räkel, um gleich darauf eine Lanze für Kaminski zu brechen, die ihre eigene Disziplin methodisch herausfordere. Auch ihre chronologische Unterteilung in Jahreszahlen erfülle weit mehr als eine Ordnungsfunktion. Kaminskis Vorgehensweise konfrontiere uns "mit unserer eigenen Historizität", schreibt der Rezensent.

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