Herausgegeben von Dieter-Jürgen Löwisch. Pestalozzis "Nachforschungen ..." (1797) erweisen sich im Bereich der Pädagogik als "eines der schonungslosesten und erregendsten Werke" über den Menschen (Heinrich Ost). Diese theoretisch gemeinte anthropologische Aufklärungsschrift ist gefühlsgetragen und persönlich gehalten, dabei oft weitschweifig und unsystematisch in der Darstellung. Wenngleich der Text nicht theoretisch-philosophisch orientiert ist, so wird doch eine komplexe Anthropologie für pädagogisches Handeln entwickelt, das die Handlungsbefähigung des Menschen zum Gegenstand hat. Strukturbezogenes Denken, pragmatisch motiviertes Nachforschen, ein starker Aufklärungsimpetus und eine komplexe pädagogische Anthropologie charakterisieren die Ausführungen und machen zugleich ihre Zeitgeistaktualität aus.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 21.03.2002
Ein tiefsinniges Buch, meint Rezensent Andreas Flitner über Pestalozzis zentralen Text, der von den natürlichen und gesellschaftlichen Bedingungen handelt, unter denen der Mensch aufwächst und seine Individualität ausbilden kann. Pestalozzis grundlegender Gedanke: Schüler und Studierenden sollen vor allem zu eigener Arbeit angeregt und ihnen die Möglichkeit zur eigenen Auseinandersetzung gegeben werden. Leider ignoriere Herausgeber Dieter-Jürgen Löwisch in seinem Einführungsessay diese außerordentlich moderne Maxime.
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