Wer über den Einsatz oder Nichteinsatz moderner Medizin entscheidet, entscheidet über Leben und Tod. Die Vorstellung, unter schwersten körperlichen Beeinträchtigungen nur noch von medizinischen Apparaturen am Leben erhalten zu werden, ruft bei vielen Menschen Ängste hervor. Wann darf die Medizin "loslassen"? Sterbehilfe und Patientenverfügung gehören zu den kontroversesten Themen unserer Zeit. Der Autor klärt die für das Verständnis der Thematik notwendigen Begriffe, gibt einen Überblick über historische und aktuelle Hintergründe, analysiert die wesentlichen Argumentationslinien und steckt die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen ab. Vor diesem Hintergrund entwickelt er einen detaillierten Gesetzentwurf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2009
Diese Dissertation erscheint Michael Pawlik allemal ungewöhnlich. Eine Sterbehilfestudie in Form eines Gesetzesentwurfs zu verfassen und diesen dann im Einzelnen juristisch zu begründen, findet Pawlik höchst erstaunlich. Erstaunlich erscheint ihm auch der auf alle Phrasen verzichtende Gedankenreichtum, mit dem Jörn Lorenz die in der öffentlichen Diskussion vernachlässigte passive Sterbehilfe behandelt und die dahinter verborgenen Entscheidungsprobleme thematisiert. Lorenz' Kritik an einer Selbstbestimmung des Patienten um jeden Preis folgt laut Rezensent jedoch ein Therapievorschlag (mehr Beratung, mehr Aufklärung), der nur dem Geist eines gesunden Juristen entstammen kann. Dass der Autor nicht auf die Idee einer medizinischen Tugendethik kommt, kann Pawlik nur schwer begreifen.
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