Jörg Echternkamp

Nach dem Krieg

Alltagsnot, Neuorientierung und die Last der Vergangenheit 1945-1949
Cover: Nach dem Krieg
Pendo Verlag, Zürich 2003
ISBN 9783858424327
Kartoniert, 288 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Mit der Kapitulation der Wehrmacht endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnete am 7. Mai in Reims die Kapitulationsurkunde für "alle Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft". Einen Tag später setzte Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel in Berlin-Karlshorst seine Unterschrift unter die Kapitulationsurkunde, die ihm der sowjetische Marschall Georgi Schukow vorgelegt hatte. Gegen Mittag gab Dönitz dann die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte über den Flensburger Sender bekannt. Damit war der Krieg beendet. Doch während der 8. Mai für viele ein unspektakulärer Tag in den Wirren der Besatzung war, prägten die sozialen, politischen und mentalen Auswirkungen des Krieges jedoch die Erfahrungen der Deutschen weit über diesen Tag hinaus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2004

Insgesamt zufrieden zeigt sich Rezensent Rudolf Morsey mit Jörg Echternkamps Geschichte Deutschlands von 1945-1949, die mit ihren mentalitätsgeschichtlichen Ansatz unter Einbeziehung der Geschlechter- und Kulturgeschichte sowie des Generationenzusammenhangs die "frühe Nachkriegszeit" aus einem neuen Blickwinkel beschreibt. Wie Morsey berichtet, geht der Autor von nur einer Nachkriegsgesellschaft in Deutschland aus, die sich erst allmählich zu zwei Teilgesellschaften herausbildete, deren Entwicklung er in drei thematisch gegliederten Längsschnitten schildert: zunächst beschreibt er Kriegsfolgen, Alltagsnot und Abgrenzung von Alt- und Neubürgern, Existenzunsicherheit und Entwurzelung. Dem folgt eine Darstellung der Wege und Folgen der Demokratiegründung durch Besatzungsmächte. Der dritte Teil gilt der Konfrontation mit der braunen Vergangenheit in all ihren Spielarten. Morsey lobt Echternkamps Darstellung als "klar belegt und gut lesbar". Sein Ansatz eröffne neue Perspektiven, resümiert Morsey, setze allerdings beim Leser Grundkenntnisse voraus, "schon um viele Fehler korrigieren zu können."
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