Mit der Kapitulation der Wehrmacht endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnete am 7. Mai in Reims die Kapitulationsurkunde für "alle Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft". Einen Tag später setzte Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel in Berlin-Karlshorst seine Unterschrift unter die Kapitulationsurkunde, die ihm der sowjetische Marschall Georgi Schukow vorgelegt hatte. Gegen Mittag gab Dönitz dann die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte über den Flensburger Sender bekannt. Damit war der Krieg beendet. Doch während der 8. Mai für viele ein unspektakulärer Tag in den Wirren der Besatzung war, prägten die sozialen, politischen und mentalen Auswirkungen des Krieges jedoch die Erfahrungen der Deutschen weit über diesen Tag hinaus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2004
Insgesamt zufrieden zeigt sich Rezensent Rudolf Morsey mit Jörg Echternkamps Geschichte Deutschlands von 1945-1949, die mit ihren mentalitätsgeschichtlichen Ansatz unter Einbeziehung der Geschlechter- und Kulturgeschichte sowie des Generationenzusammenhangs die "frühe Nachkriegszeit" aus einem neuen Blickwinkel beschreibt. Wie Morsey berichtet, geht der Autor von nur einer Nachkriegsgesellschaft in Deutschland aus, die sich erst allmählich zu zwei Teilgesellschaften herausbildete, deren Entwicklung er in drei thematisch gegliederten Längsschnitten schildert: zunächst beschreibt er Kriegsfolgen, Alltagsnot und Abgrenzung von Alt- und Neubürgern, Existenzunsicherheit und Entwurzelung. Dem folgt eine Darstellung der Wege und Folgen der Demokratiegründung durch Besatzungsmächte. Der dritte Teil gilt der Konfrontation mit der braunen Vergangenheit in all ihren Spielarten. Morsey lobt Echternkamps Darstellung als "klar belegt und gut lesbar". Sein Ansatz eröffne neue Perspektiven, resümiert Morsey, setze allerdings beim Leser Grundkenntnisse voraus, "schon um viele Fehler korrigieren zu können."
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…