Gewalt ist ein menschliches Potenzial, überall und jederzeit. Die Autorinnen und Autoren des Bandes befassen sich aus historischer und ethnologischer Perspektive mit den Bedingungen von Gewalt. Sie zeigen, unter welchen Umständen Gewalt entsteht, wie sie sich ausbreitet und dynamisiert. Deutlich wird dabei, wie sehr Gewalt soziale Ordnungen prägen kann und wie Erfahrungen mit Gewalt Sichtweisen auf die Umwelt verändern. Nicht zuletzt behandeln die Beiträge aber auch den wichtigen Aspekt, wie Gewalt wieder beendet werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2013
Rezensent Christian Hartmann hatte angesichts des Titels "Gewalträume" erstmal die Befürchtung, dass der Inhalt des Buches so beliebig ist wie sein Titel vage. Der Sammelband, den Jörg Baberowski und Gabriele Metzler herausgegeben haben, hat ihn allerdings positiv überrascht. Die Autoren widmen sich zeitlichen und geografischen Räumen, in denen es zum Ausnahmezustand gekommen ist, zu Phasen unkontrollierter Gewalt. Liberia, Ruanda, Irak, Kolumbien und Jugoslawien mögen einem schnell einfallen, aber die Liste der Beispiele ist entschieden länger, verrät der Rezensent. Ein Autor, Sebastian Klöß, widmet sich zum Beispiel den Notting Hill Race Riots im Spätsommer 1958, berichtet Hartmann. Die Autoren konzentrieren sich vor allem auf die sozialen, anthropologischen und geografischen Faktoren, erklärt der Rezensent, ohne die gehe es vermutlich nicht. Ihn hätten trotzdem auch die politischen, ideologischen und militärischen Bedingungen interessiert. Aber darüber lasse sich streiten, meint Hartmann.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…