Über 200 Jahre lang waren sie auf das Engste mit der deutschen Geschichte verbunden: Die Moltkes stellten nicht nur in Deutschland, sondern auch in einer Reihe anderer europäischer Länder Politiker, Militärs, hohe Beamte, Künstler und Sportler. Der preußische Generalfeldmarschall, Helmuth von Moltke, gewann für seinen König die deutsche Kaiserkrone; Helmuth James von Moltke wurde von den Nazis gehängt, weil er der Kopf des Kreisauer Kreises war. Nun erscheint in dem Jahr, das mit dem Tod Freyas von Moltke, der Witwe von Helmuth James, eine tiefe Zäsur hinterlässt, die erste Biografie über diese Familie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2010
Angetan zeigt sich Rezensentin Karina Urbach von Jochen Thies' Buch über die Aristokratenfamilie Moltke. Besonders interessieren sie die Frage nach den Erfolgsfaktoren von Adelsfamilien sowie die nach den Familienverlieren. Auch wenn Thies die zweite Frage in seinem Buch nicht stellt, attestiert Urbach ihm ein "Gefühl für die internen Mechanismen der Familie". Besonders erhellend scheinen ihr die Porträts von Dorothy und Freya von Moltke. Deutlich wird für sie, dass diese Frauen, beide aus bürgerlichen Familien stammend, letztlich für die Verwandlung der Moltkes von einer "Militärfamilie" in eine "Familie von Weltbürgern" verantwortlich waren.
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