Joachim-Ernst Berendt

Das Jazzbuch

Von New Orleans bis in 21. Jahrhundert
Cover: Das Jazzbuch
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783100038029
Gebunden, 927 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit ausführlicher Diskografie. Fortgeführt von Günther Huesmann. Die von Günther Huesmann überarbeitete Ausgabe berücksichtigt nicht nur die Entwicklung von 1990 bis heute, die u. a. von der Postmoderne-Debatte, vom "New Yorker Jazz-Krieg", dem Aufschwung der Jazzpädagogik und der wachsenden Bedeutung der europäischen Jazzszene geprägt worden ist, sondern geht auch auf aktuelle Entwicklungen im Instrumentalbereich wie die neue digitale Electronica sowie auf die faszinierende Öffnung des Jazz gegenüber den Musiktraditionen aus Afrika, Asien und Lateinamerika ein. Wie in den bisherigen Ausgaben können nicht alle Jazzmusiker, die inzwischen die Szene betreten haben, genannt werden. Stellvertretend für viele werden jene Musiker ausführlich gewürdigt, die prägend für die Entwicklung der letzten Jahre waren. So wird diesmal John Zorn - der "agent provocateur" der New Yorker Downtown-Szene - als Vertreter des multistilistischen Jazz vorgestellt. All diese Spieler und Entwicklungen zeigen, dass der Jazz bis heute die Musik der Neugierde und der Entdeckungsfreude geblieben ist. In den verschiedenen Instrumentalkapiteln werden selbstverständlich ebenfalls stilbildende Musiker ergänzt, darüber hinaus wird auch über neue Tendenzen im Instrumentalbereich selbst berichtet. Aktualisierung heißt aber nicht nur Fortschreibung, sondern auch neue Erkenntnisse über den Jazz - so z. B. über das Phänomen des "Groove" - einzuarbeiten, denn auch das Wissen über frühere Stile hat sich in einer Zeit, in der die Jazztradition für Musiker eine immense Bedeutung gewonnen hat, erweitert und vertieft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.01.2006

Der Klassiker wächst und wächst. Noch einmal um ein Viertel ist das einst von Joachim Ernst Berendt begründete "Jazzbuch" dicker geworden. Der neue Herausgeber und Autor Günther Huesmann hat anderthalb Jahre darauf verwendet, den "besserwisserischen Ton" des Gründers zu mildern und die Streitbarkeit durch eine "Tendenz zum Ausgleich" zu ersetzen. Der Stil bleibt, so der spürbar zufriedene Ralf Dombrowski, "Berendt-mäßig salopp", das Werk wendet sich auch weiterhin eher an den neugierigen Laien denn an den Spezialisten. Huesmann schreibt entspannter als sein Vorgänger, man merkt, schlussfolgert Dombrowski, dass der Jazz keine Legitimationsprobleme mehr hat; das "Jazzbuch" will nicht mehr provozieren. Berücksichtigt wurde die Öffnung hin zur Weltmusik, die sich in den Neunzigern vollzogen hat, bestimmte exotische Instrumente - Kora oder Oud - werden ebenfalls vorgestellt. Die neue Gliederung wird vom Rezensenten gelobt, gleichfalls das Register; dass es keine Quellenangaben für all die Zitate gibt, nimmt Dombrowski bedauernd hin. Die Diskografie hingegen, von Thomas Loewner erstellt, hat den Rezensenten irritiert: aber jeder Jazzfan hat da ja seine eigenen Vorstellungen von der richtigen repräsentativen Auswahl.
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