Roger Willemsen

Musik!

Über ein Lebensgefühl
Cover: Musik!
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018
ISBN 9783103973839
Gebunden, 512 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Keine andere Kunst nahm Roger Willemsen so persönlich wie die Musik: Sie war von früh an Komplizin, als es darum ging, das Leben zu verdichten. Willemsens Liebeserklärungen an den Jazz, seine Verbeugungen vor den klassischen Komponisten, seine scharfe Verteidigung der künstlerischen Existenz zeugen von seinem tiefen Verständnis für die Musiker und ihre Themen. Seine Texte "über Musik" sind aber weit mehr als das: Sie sind Ausdruck eines Lebens "entlang jener Linie, an der man Dinge macht, die aus Freude bestehen oder aus Aufregung, aber nie aus Gleichgültigkeit".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2018

Paul Ingendaay würde die von Insa Wilke aus dem Nachlass des Autors versammelten Radiomanuskripte, Kolumnen und Gelegenheitstexte von Roger Willemsen zur Musik am liebsten noch einmal vom Autor selbst vorgetragen bekommen. Wie Willemsen Strawinsky mit Sonny Rollins oder Haydn mit Monk verschneidet, um seiner Liebe zum Jazz huldigen und den Leser an seiner Assoziationsfreude teilhaben zu lassen, findet Ingendaay stark. Die Grenzen zwischen U- und E-Musik fallen dabei, und der Autor lässt Geheimnissen und Emotionen freien Lauf. Wenn er dabei auch mal den Kitsch streift oder in seiner Polemik gegen Pop & Schlager angestrengt wirkt, ist Ingendaay nachsichtig. Zu eindringlich sind seine Essays zu Jazzern wie Bill Evans oder Michel Petrucciani, zu verblüffend immer wieder sein Out-of-the-box-Denken, findet der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2018

Rezensent Tobias Sedlmaier fühlt sich freundschaftlich an den Arm genommen von Roger Willemsen, durch dessen ganz "persönliche Musikgeschichte" ihn der postum erschienene Band "Musik!" führt. Dass es nur ein Band ist, bleibt dem Umstand geschuldet, dass der Autor es vor seinem Tod nicht mehr schaffte, seinen Plan in die Tat umzusetzen und aus all den gesammelten Essays und Kolumnen selbst ein Buch zu formen, erklärt Sedlmaier. Die Moderation fehlt daher. Was die Leselust angeht, tut dies den Texten jedoch keinen Abbruch, versichert er. Der unvergleichliche Willemsen-Ton trägt über jede Lücke hinweg und treibt ohne zu drängen, lesen wir. Eine so interessante wie anregende und vergnügliche Lektüre, findet der begeisterte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.11.2018

Für Musikkritiker Wolfgang Schreiber ist klar, dass Roger Willemsen kein professioneller Musikhörer war, sondern ein Liebhaber, Schwärmer, Abenteurer. Und auch wenn er die Texte mitunter "riskant persönlich" findet, so weiß er doch zu schätzen, was die Herausgeberin Insa Wilke an unveröffentlichten Kolumnen und Essays aus dem Dateiordner "Musik" von Willemsens Computer gefischt hat. Denn egal ob Willemsen über Thelonius Monk oder Mozart, Strawinsky oder Sonny Rollins schrieb, tat er dies immer lebendig, reflektiert und intelligent. Und dass Willemsen Jazz und Klassik für kulturell ebenbürtig hielt, wie Schreiber bemerkt, versteht sich von selbst.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.10.2018

"Musik!" ist kein Buch von Roger Willemsen, meint Rezensent Florian Zinnecker. Was ihm fehlt, ist die unvergleichliche "Moderation der Gedanken", die weite Bögen spannen. Aber es ist ein Buch mit Texten von Roger Willemsen: Essays, Besprechungen, Kolumnen, Moderationen zum Thema Musik, und jeder dieser Texte ist für Zinnecker lesenswert. Nicht so sehr wegen der Stoffe, meint er, sondern  wegen Willemsens Art, darüber zu schreiben: mit Leidenschaft und Hingabe. Ein "eloquentes Wundern" lobt Zinnecker.

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