Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1939 wurde Prag Hauptstadt des neu errichteten Protektorates Böhmen und Mähren. Auf der Prager Burg nahm der Reichsprotektor seinen Dienstsitz. In der Folge war die Stadt zentraler Ereignisort der nationalsozialistischen Besatzung wie auch des tschechischen Widerstandes (Heydrich-Attentat). Das detaillierte und reich bebilderte Nachschlagewerk von Jiří Padevět zur Moldaustadt während der deutschen Besatzung bis Mai 1945 ist topographisch, der Aufbau richtet sich nach den heutigen Stadtteilen Prags, und in den jeweiligen Orten chronologisch gegliedert. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Unterdrückung jedweden Ungehorsams durch die Besatzungsmacht, der Verfolgung der jüdischen Bürger und dem widerständigen Verhalten der tschechischen Bevölkerung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.04.2021
Rezensentin Viktoria Großmann gibt zu Bedenken, dass Jiri Padevets Buch über die deutsche Besatzung von Prag zwar ein Grundlagenwerk darstellt, für Einsteiger in die Materie jedoch eher wenig geeignet ist. Das liegt für sie daran, dass der Autor zwar akribisch Orte des Widerstands oder der Kollaboration kartiert, auf Erläuterungen zu Namen und Daten jedoch weitgehend verzichtet. Vieles, was im kollektiven tschechischen Gedächtnis verankert ist, könnte dem deutschen Leser rätselhaft bleiben, befürchtet Großmann. Die Geschichten hinter den Orten bleiben so verborgen, bedauert sie. Einzig das Vorwort des Historikers René Küppers bietet der Rezensentin etwas Orientierung.
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