Aus dem Tschechischen von Marianne Pasetti-Swoboda. Jeder Tscheche musste unter dem kommunistischen System immer wieder Fragebögen ausfüllen, in denen er sein Leben dem Regime durchsichtig machte. Diese Gleichschaltung durch Fragebögen ist hier dargestellt, aber zugleich auch eine weitergehende, durch phantastische Elemente angereicherte Betrachtung, die das gesamte menschliche Leben umfasst, nicht nur das der damaligen Zeit. Das kommunistische Regime hatte 1978 sogleich die Kraft des Romans erkannt; der Autor wurde verhaftet und schließlich nach Westen abgeschoben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2014
Mit viel Lob bespricht Rezensent Hans-Peter Riese die beiden ersten Bände der Werkausgabe Jiri Grusas, die von dem Bohemisten Hans Dieter Zimmermann und dem Literaturwissenschaftler Dalibor Dobias herausgegeben wurden. Als wissenschaftlich exzellent und literarisch bedeutsam würdigt der Kritiker die Werke und widmet sich gebannt zunächst der Lektüre von Grusas Roman "Der 16. Fragebogen", der von der in kommunistischen Systemen üblichen Fragebogen-Methode erzählt: Grusa lässt seinen Protagonisten die im Bogen gestellten existentiellen Fragen hintersinnig und ironisch beantworten, informiert der Kritiker, der in der Hauptfigur das Porträt einer ganzen Generation erkennt. In diesem Buch, das Grusa ins Gefängnis und in die Emigration brachte, lernt der Rezensent insbesondere die intellektuelle Seite des tschechischen Autors kennen.
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