Vier Bände im Schuber. Band 1: Heliogravuren. Band 2: Digital Prints. Band 3: Polaroids, Chromogenics und Silverprints. Band 4: Texte. Buchgestaltung von Jim Dine, Diana Michener und Gerhard Steidl. Ausstellungskatalog des Maison Europeenne de la Photographie, Paris und des Davison Art Center. Texte von Andy Grundberg, Marco Livingstone und Stephanie Wiles. Interview von Jean-Luc Monterosso.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.2004
... und so verläuft alles im Kreis: Die Pop-Art wurde von der Neo-Pop-Art ersetzt, und die Großen der ironischen Zunft entdeckten die "Altmeisterlichkeit" und begannen zu malen, als müssten sie beweisen, dass sie's wirklich können. So war's auch bei Jim Dine, weiß Daniel Kothenschulte: Der habe "den Reproduktionsgedanken und das Pathos des Konsumismus" konsequent hinter sich gelassen, wovon auch seine Fotos künden. Zunächst mal: Sie sind sehr sehenswert und mindestens hochinteressant. Denn sie stellen, so Kothenschulte, nicht weniger als eine "Renaissance des Piktoralismus" dar. Zur Erinnerung: Piktorialismus, das war, als die Fotografen vor hundert Jahren in den Domänen der Malerei - "Texturreiz"!- wilderten und allerlei chemische Verfahren ausprobierten. "Es war", so Kothenschulte, "Malerei mit den Mitteln der Fotografie und gerade deshalb eine Fortsetzung der experimentellen Lichtbildnerei des Spätimpressionismus". Ein Beispiel: Dines Verwendung der "Heliogravüre", einer Technik, mit der ihm eine "erstaunliche Verquickung von Pathos und Reduktion, von Emphase und Minimalismus" gelinge. Was noch? Eine vierbändige Prachtausgabe.
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