Klappentext
"Der Waldmeister" ist das Porträt eines besessenen Gourmets und seines unfreiwilligen Neuanfangs als Koch in der brandenburgischen Provinz. Böhmische Fleckensuppe, farcierter Hecht, Hirschgulasch: Jens Sparschuh lädt zu einer kulinarischen Zeitreise, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt und Wunder wirkt. Jahrzehntelang hat Odo Weingaertner als Gastrokritiker für das Berliner City Radio gearbeitet. Jetzt geht er in Rente. Und ausgerechnet seine letzte Kritik über das Landgasthaus Zur Dubrower Mühle führt zum Eklat. Inhaberin Senta Woitschke bezichtigt ihn der Lüge. Odo fährt zu ihr, um die Angelegenheit zu klären. Die Sache scheint gegessen. Da ahnt Odo noch nicht, dass ihn sein Weg schon bald wieder zur Mühle führen wird, allerdings nicht als Gast, sondern als Koch. Der Start in der kulinarischen Ödnis verläuft holprig. Doch mit den wiederentdeckten Rezepten seiner sächsischen Oma Tilda gelingt es Odo, die schwer verdauliche Provinzküche aufzumischen. Und sogar mit Senta versteht er sich besser - ehe sich ein Schatten über die Mühle legt und Odos neues Leben infrage stellt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2026
Mit dem Eintritt in die Rente werden das letzte Mal im Leben die Weichen gestellt, das gilt auch für Jens Sparschuhs Protagonisten Odo Weingaertner, der bislang als Restaurantkritiker gearbeitet hat, erzählt Rezensentin Julia Rothhaas. Seine letzte Kritik gilt einem Brandenburger Landgasthaus, in dem kulinarisch so ziemlich alles schiefgeht: Den Verriss will die Wirtin aber nicht auf sich sitzen lassen, der Kritiker kehrt zurück und will sich aussprechen, lesen wir. In der Zwischenzeit wird ihm die Berliner Wohnung gekündigt, kurzerhand heuert er in dem Restaurant an, für Rothhaas eine durchaus spannende Variation des Topos der aufs Land ziehenden Berliner. Die kulturgeschichtlichen Exkurse sind ihr ein bisschen zu viel, an manchen Stellen wirkt der Roman etwas gewollt, aber prinzipiell hat sie bei der Lektüre ihren Spaß.
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