Seit einem Vierteljahrhundert sitzt der Deutsche Jens Söring in den USA im Gefängnis für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Als junger Student legte er aus blinder Liebe ein falsches Geständnis ab, um seine damalige Freundin vor der Todesstrafe zu bewahren. Am Ende lautete das Urteil: zweimal lebenslänglich. Sörings Fall sorgte für internationale Schlagzeilen. Nun erzählt er von dem fatalen Fehler, der sein Leben zerstörte, von der Hoffnungslosigkeit des amerikanischen Haftalltags und von seinem bis heute andauernden Kampf um die Freiheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2012
Als Regisseure für eine Verfilmung der Geschichte von Jens Söring, dem wegen Doppelmordes in Virginia verurteilten deutschen Diplomatensohn, empfiehlt Milos Vec Tarantino (für die Odyssee Sörings mit seiner Geliebten, der Tochter der beiden Opfer, bis zum Urteilsspruch) und Kieslowski (für Sörings inneren Weg während der nunmehr 24 Jahre dauernden Haft). Schuld und Sühne findet Vec in diesem Buch verhandelt und den Sinn von Strafe. Den Autor hält er für einen scharfen Beobachter und polemischen Kritiker des amerikanischen Justiz- und Strafvollzugswesens, drastische Schilderungen garantiert. Sörings inzwischen mehrbändigen Bildungsroman sieht der Rezensent mit Elementen des Sachbuchs unterfüttert. Das Buch wie Sörings Geschichte liest er als Lehrstück über verweigerte Gerechtigkeit und zwar unabhängig von Sörings Schuld beziehungsweise Unschuld.
Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…