Mit 120 Abbildungen. Als die Maler Vanessa Bell und Duncan Grant in das südlich von London gelegene Landhaus Charleston einzogen, bemalten sie erst einmal Wände, Tische und Schränke fantasievoll in bunten Farben. Ihr Haus ist heute das bedeutendste Zeugnis für den Stil des legendären Bloomsbury-Kreises. Die meisten Künstler haben zu ihren Häusern eine ganz besondere Beziehung, als Ort der Muße und der Kreativität. Doch Häuser sind mehr als Inspirationsquellen - sie fordern ihre Bewohner zur Gestaltung geradezu heraus. Damit werden sie selbst zu kreativen Schöpfungen, die viel über ihre Bewohner verraten. Der Autor Gerard-Georges Lemaire führt uns zu idyllischen Refugien und großzügigen Stadthäusern in ganz Europa. Er gewährt uns Einblicke in das Leben und Schaffen 14 bedeutender Künstler der klassischen Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.06.2004
Der Rezensent mit dem Kürzel "anme" bewundert das Bloomsbury-Haus, Refugium von Virginia Woolf, ihrem Gatten und den anderen des berühmten Kreises: "Alles" - die Stoffe, die Exotika, die bemalten Möbel, die moderne Kunst - "scheint wild zusammengewürfelt, und doch entsteht die Harmonie gerade durch die erstaunliche Vielfalt der Stile". Die Impulse zur Einrichtung, so "anme", kamen von Vanessa Bell, der Schwester der Autorin, und dann wurde das Haus zu einem Work in Progress, einem sich wandelnden "Potpourri". Grund zur Freude für den Rezensenten also, dass man mit diesem Buch einen virtuellen Rundgang durch das Haus unternehmen kann. Und nicht nur durch dieses, denn die beiden Autoren eröffnen noch mehr Einblicke: in die Häuser von Monet und Chirico beispielsweise, und auch in jenes von Magritte nebst Gattin, wo der "Einrichtungskompromiss" nicht zu übersehen ist: "Während Ehefrau Georgette den Wohnraum im kleinbürgerlichen Stil dekorierte, richtete ihr Mann das Schlafzimmer im postkubistischen Stil ein."
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