Michael Kimmelman

Alles für die Kunst

Cover: Alles für die Kunst
Berlin Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783827008442
Gebunden, 268 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Was bereichert unser Leben? Michael Kimmelman hat darauf eine Antwort gefunden. Die Protagonisten seines Buches geben Alles für die Kunst. Sie alle verbindet eines - die leidenschaftliche Auseinandersetzung mit Kunst. In seinem Buch stellt uns Michael Kimmelman zum einen weltberühmte Künstler wie Pierre Bonnard oder Matthew Barney vor, zum anderen weniger bekannte wie Jay DeFeo, die jahrelang nur von Brandy und Zigaretten lebte, um ein tonnenschweres Gemälde fertigzustellen, oder Michael Heizer, der die meiste Zeit seines Lebens in der Wüste von Nevada verbrachte, um bis zum Zustand völliger Erschöpfung an überdimensionalen Skulpturen zu arbeiten. Vor allem aber erzählt Kimmelman mit tiefer Sympathie von passionierten Amateuren, deren Werke in keinem der großen Museen der Welt zu finden sind - deren Leben aber gleichwohl zu einer Art Kunstwerk wurde: Bob Ross zum Beispiel, der in seinem Fernsehmalkurs "The Joy of Painting" mit seiner sanften Stimme Millionen Menschen in den Schlaf redete - und ganz nebenbei dazu brachte, selbst zum Pinsel zu greifen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009

So muss man sich ein gelungenes Kunstbuch vorstellen. Rezensent Holger Liebs verhehlt seine Bewunderung für den amerikanischen Kollegen Michael Kimmelman, den Chefkritiker der new York Times nicht. Kimmelman reist zu den Außenseiter des Kunstbetriebs, den Besessenen, die ihre ganzes Leben der Kunst oder manchmal auch nur einem einzigen Kunstwerk geopfert haben. So erzählt Kimmelman zum Beispiel von Jay DeFeos, die acht Jahre lang an ihrem Bild "Rose" malte und einfach nicht fertig wollte, selbst im Museum trug sie immer weitere Schichten auf, oder vom AirForce-Sergeant Rob Ross, der die Hobbykunst predigte. Auch zu Grünewalds Isenheimer Altar, zu James Turrells Wüstenkunstwerken oder Michael Heizers Idealstadt in Nevada pilgere Kimmelman. Worauf es dem Kunstkritiker ankommt, meint Liebs, seien die Leidenschaft und die Selbstaufgabe der Künstler, die als bestes Antidot gegen die Beamtenseele im Kunstbetrieb wirkten. Staunen und bewundern lehren wolle Kimmelman, nicht abhaken. Und auch wenn Liebs einräumt, dass dies naiv klingen könnte, betont er doch, dass man Kimmelmans Gelehrtheit nicht unterschätzen sollte, nur weil er sie nicht wie eine Monstranz vor sich hertrage.
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