Javier Calvo

Der spiegelnde Gott

Roman
Cover: Der spiegelnde Gott
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783627001346
Gebunden, 393 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Beate Bauer und Sancho Panza. Der Kultregisseur Matsuhiro Takei, ein japanisches Wunderkind, hat mit seinem Horror Science-Fiction "Die Mutanten von Hokkaido" auf internationalen Festivals große Erfolge gefeiert. Nun ist er nach London gekommen, um dort seinen nächsten Film zu drehen, der alles, was das Genre "Martial-arts-art-film" bislang hergibt, übertreffen soll. Der Film ist die dramatische Chronik des langsamen Zusammenbruchs des menschlichen Nervensystems durch Überschreiten des kritischen Werts elektromagnetischer Strahlung: die globale Katastrophe. Doch Mat gerät an die Produzenten Spencer Sykes, "den korruptesten und verkommensten Hurensohn ganz Englands" und die in die Jahre gekommene, sexsüchtige Andrea Seymur-Willard und muß in diesem hinterhältigen Milieu um sein Projekt kämpfen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2007

Eher mäßig elektrisiert zeigt sich Rezensent Kersten Knipp von diesem viel gelobten 2003 im spanischen Original erschienenen Buch. Zu kalkuliert scheint ihm die Geschichte eines japanischen Regisseurs, der seine Idee für einen Horrorfilm bald von der Wirklichkeit eingeholt sieht, zu sehr auf wohlfeile Kulturkritik ist sie ihm angelegt. Die scheußlichen Mutanten, die bestialischen, sexhungrigen Produzenten - hier greift zuviel geschmäcklerisch dosierte Pulp-Fiction ins Getriebe des Romans, als dass es den Rezensenten hinterm Ofen hervor locken könnte. Ja, manche Kritiker mochten das, räumt er zähneknirschend ein. Er selbst findet so viel B-moviehaft aufgepeppte Zivilisationskritik samt ihrer künstlich kreierten Handlungs-Hyperventilation einfach nur langweilig.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2007

Vernichtender kann ein Verriss nicht ausfallen, als Oliver Jungens Kritik des Romans "Der spiegelnde Gott" von Javier Calvo. Zum Sterben langweilig und von der ersten bis zur letzten Seite überflüssig, einfallslos, angestrengt und platt, schimpft der Rezensent, der sich angesichts des Titelbildes einer Atombombenexplosion und der Ankündigung einer "Zäsur" in der spanischen Literatur durch den Verlag bereits gewissen Hoffnungen hingegeben hatte. In dem fast 400 Seiten umfassenden Roman geht es um einen japanischen Regisseur, der in London einen Monster-Film über die schleichende und tödliche Auflösung des menschlichen Geistes durch Elektrosmog dreht, der seine Entsprechung in der fortschreitenden Verdummung der gesellschaftlichen Umgebung des Filmemachers findet. Was ambitioniert als Mischung aus Pynchonesker Postmodernität und Pulp-Fiction-Ästhetik daher kommt, ist weder inhaltlich noch der Form nach irgendwie gelungen, urteilt Jungen, dem die forcierte Vulgär-Sprache genauso auf den Wecker geht wie die holprige Handlung und die schwach gezeichneten Figuren.

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