Die Seeräuberei ist fast so alt wie die Seefahrt selbst. Schon der griechische Historiker Thukydides berichtete im 5. Jahrhundert v. Chr. von Völkern, die sich ihren Lebensunterhalt mit dem Überfall auf fremde Schiffe verdienten . In den Auseinandersetzungen um Kolonien, Märkte und Seeherrschaft nutzten die beteiligten Mächte jahrhundertelang dieses Mittel, um ihre Konkurrenten zu schädigen. Oft genug war der Unterschied zwischen erlaubter Kaperei und verbotenem Seeraub lediglich eine Frage des Standpunktes, wie im Fall von Francis Drake. Um das Jahr 1700 wurde die Seeräuberei zum ersten Mal zu einem globalen Problem. Obgleich das Goldene Zeitalter der Piraterie nur gut 30 Jahre dauerte, überstieg das Ausmaß der Verheerungen alles bis dato dagewesene. Erst als die europäischen Seemächte, allen voran Großbritannien, die Piraten konsequent verfolgten, wurden sie allmählich Herr des Problems. Geblieben ist die Verklärung. Bis heute entzünden Namen wie Klaus Störtebeker, Francis Drake oder Henry Morgan die Phantasie vieler Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.03.2012
Das Problem der maritimen Kriminalität, kurz: Piraterie, wie wir es heute kennen, hat historische Parallelen, weiß Thomas Speckmann spätestens nach der Lektüre von Jann M. Witts "wunderbar" bebildertem und laut Rezensent ebenso kompaktem wie elegant verfasstem Buch. Die Unfähigkeit der staatlichen Seemachten, des Problems Herr zu werden, das zeigt der Autor unserem Rezensenten in einem Durchgang durch die Seefahrtshistorie, ist nicht neu: Wo heute private Sicherheitsdienste in die Bresche springen, zwang vor rund 2000 Jahren erst die nackte existenzielle Bedrohung durch massive Piraterie die römischen Kaiser zum Handeln. Um das Problem heute in den Griff zu bekommen, meint Speckmann, sollte man zunächst dieses Buch lesen, Witts historische Erfahrung und dann seine Empfehlungen beherzigen.
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