Jürgen Bruhn

Störtebecker

(Ab 12 Jahre)
Rotbuch Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783434530688
gebunden, 290 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Er ist eine Macht auf dem Meer: der Anführer der Vitalienbrüder, Klaus Störtebeker. Vom Herzog von Mecklenburg erhält er 1391 einen Kaperbrief. Schon bald zittert die Hanse vor diesem Piraten, die einfachen Menschen jedoch freuen sich, wenn sein Schiff in die Häfen einläuft. Denn von den "Likedeelern", also den "Gleichteilern", wie die Seeräuber sich später selbst nennen, erhalten sie wertvolle Waren zu guten Preisen. Doch die Hanse sinnt auf Rache und will die Seeräuber aus der Welt schaffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.03.2000

In einer Sammelrezension bespricht Simone Leinkauf die folgenden drei Abenteuerbücher:
1) Jürgen Seidel: "Young Nick und die Verschwörung auf der Endeavour"
Vor zehn Jahren veröffentlichte der Autor schon ein Buch über "die erste Weltumseglung des James Cook", - jetzt geht es um dieselbe Fahrt nocheinmal, aber diesmal aus der Sicht des Schiffsjungen Nick. Von den vielfältigen Bedrohungen durch die Brutalität der Schiffmannschaft zu lesen, so die Rezensentin, scheint ihr manchmal für die vom Verlag vorgeschlagene Altersklasse ab 12 "nicht unbedingt geeignet". Aber sie lobt die im Buch "konsequent beibehaltene" Erzählperspektive des Jungen, der während dieser Reise "zu einem jungen Mann heranwächst".
2) Christa-Maria Zimmermann: "Gefangene im Packeis"
Um die Südpolexpedition der legendären "Endurance" und wiederum die Perspektive eines Jugendlichen auf das Geschehen geht es in diesem von den historischen Fakten inspirierten Roman. Der Akzent liegt hier mehr auf der Bedrohung aller von außen, und damit auch auf Bewältigung und Solidarität. Aber, so merkt Leinkauf an, die Mannschaft einer Arktis-Expedition bestand eben auch nicht aus wüsten Abenteurern, sondern zumeist aus ausgewählten Forscher.
3) Jürgen Bruhn: "Störtebecker"
Der ehemalige Spiegel-Mitarbeiter hat einen "distanzierten" aber dennoch "spannend" zu lesenden "Abenteuerbericht" über den Seeräuber und seine Vitalienbrüder geschrieben, findet die Rezensentin. Sehr gründlich recherchiert ist da alles, nicht zuletzt die Rolle der "Pfeffersäcke" der Hanse, die Störtebecker zunächst für sich einspannten und ihn dann gnadenlos jagten. Auch den sozialkritischen Ideen der Vitalienbrüder wird viel Platz eingeräumt, so dass dies insgesamt nicht nur ein Roman über die legendären Freibeuter geworden ist, sondern auch einer "über die Hoffnung auf ein anderes Leben".
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