Für die Herrscher von Imperien galt es stets, die verschiedensten Bevölkerungsgruppen zu integrieren und trotz dieser Vielfalt ihre Macht zu bewahren. Das Repertoire an Machtstrategien, das sie dabei anwendeten, schildern Jane Burbank und Frederick Cooper in einer zwei Jahrtausende umspannenden Reise durch die Geschichte der großen Weltreiche. So konnten Imperien Hierarchien und soziale wie ethnische Unterschiede aufrechterhalten, neue begründen oder sie durch Integration aufheben. Dieser Umgang mit Vielfalt, die jeweilige Politik der Differenz, war wie Burbank und Cooper zeigen der Schlüssel für Aufstieg und Niedergang aller Imperien. Mit dieser Erkenntnis ermöglichen sie ein neues Verständnis der großen Reiche in der Weltgeschichte. Und erzählen dabei vom Schicksal zahlreicher Völker und Dynastien: vom antiken China und Rom über das Osmanische, das spanische und das Reich Karls des Großen bis hin zu Russland, Großbritannien und den USA.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2012
Was sind Imperien? Otto Kallscheuer folgt den Begriffbestimmungsversuchen der beiden Historiker Jane Burbank und Frederick Cooper. Den Versuch der beiden, den üblichen Dichotomien von ausbeutenden Metropolen und der Peripherie in Übersee zu entgehen, zollt Kallscheuer Respekt, ebenso dem Ansinnen, dennoch eine lesbare Einführung zum Thema vorzulegen. Didaktisch genug erscheint ihm die Anordnung des immensen Materials über die Weltreiche in Gegensätzen. Der Leitbegriff des Imperiums will dennoch nicht luzid werden, bleibt eher unklar zwischen Kontinentalreichen, Monarchien, Föderationen und Republiken, bedauert Kallscheuer, der dennoch viel lernt aus einem Buch, das seine akademische Herkunft nicht verleugnen kann, wie er schreibt. Ein kommentiertes Literaturverzeichnis vermisst er allerdings umso mehr.
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