Klappentext
Mit einem Vorwort von Tilman Spreckelsen und Illustrationen von Jörg Asselborn. Aufstieg und Fall der Menschheit Wir feiern den 100. Geburtstag von James Krüss mit bisher unveröffentlichtem Material: In dieser Kritik am Fortschrittswahn hält Krüss uns als Gesellschaft den Spiegel vor. In sieben Kapiteln, die aus Gedichten und Prosatexten bestehen, erzählt James Krüss von den "Haiteks", Turmbau-zu-Babel-artigen Riesenstädten, die mit jedem Kapitel der Menschheit fortschrittlicher werden. Eine verfasste Abhandlung über die Entwicklung der Menschheit in den verschiedenen Zeitaltern - bis hin zu ihrem unvermeidlichen Untergang.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.05.2026
Dieses Jahr wäre James Krüss hundert Jahre alt geworden, weiß Rezensentin Judith von Sternburg, ein Insulaner und Weltbürger, der schon früh auf die Gefahren aufmerksam machte, die unserer Welt drohen. So auch in diesem Buch von 1991: Die Menschen sind darin eine Gruppe von Bastlern, die sich über Naturmaterialien wie Lehm hocharbeiten bis zum "Haitek", liest Sternburg, da wartet aber nicht etwa Freiheit auf die Menschen, sondern Konsumterror und existenzielle Bedrohung. Krüss beginnt die Kapitel mit Gedichten und Reimen: "Man fragte laut: Was kost' die Welt/Und hat sich dabei schlimm verzählt", und macht der Kritikerin gleich klar, dass hier kein Happy End zu erwarten ist. Die Zeichnungen von Jörg Asselborn sind für sie eine feinsinnige Ergänzung zu Krüss' mahnenden Versen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.04.2026
Rund dreißig Jahre nach seinem Tod, zum hundertsten Geburtstag des Dichters und Schriftstellers James Krüss bringt der Oetinger Verlag einen bisher unveröffentlichten Text heraus, der in klassischer Krüss-Manier eine "eigenwillige Menschheitsgeschichte" erzählt, wie es im Vorwort heißt. Inhaltlich hat dieser Text über das Verhältnis zwischen Menschen und Maschinen nichts an Relevanz verloren, stellt Rezensent Benjamin Knödler fest: Krüss` explizite Kritik an der kapitalistischen Gesellschaftsorganisation und dem technologischen Fortschrittsglauben könnte aktueller kaum sein. Ästhetisch jedoch wirkt "Die Haiteks" ein wenig "aus der Zeit gefallen" auf den Rezensenten. Wer kann mit dieser Form von Gesellschaftskritik heute noch etwas anfangen? Wen spricht dieses Erzählen in simplen, märchenhaften Versen noch an, fragt sich Knödler, und zieht zugleich in Betracht, dass dies nicht die Fragen sind, die man an einen solchen Text stellen sollte, der doch zumindest und vielleicht zu allererst neue Einblicke gewährt in die Gedankenwelt dieses einzigartigen Autors.
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