Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. Calpurnia ist zwölf, als sie begreift, dass ihr vorgezeichneter Lebensweg nicht ihren Vorstellungen entspricht. Wie die anderen Mädchen soll auch sie Kochen, Stricken und Klavierspielen lernen, damit sie bald heiraten und eine Familie gründen kann. Doch Cal streift viel lieber durch die Natur, beobachtet Pflanzen und Tiere und macht sich Notizen über ihre Entdeckungen. Der Einzige, der sie versteht, ist ihr Großvater, ein eigenwilliger Forscher und Tüftler. Er schenkt ihr Bücher und öffnet ihr die Augen für den technischen Fortschritt und die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse des anbrechenden 20. Jahrhunderts. So erobert sich Cal ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2013
Rezensentin Felicitas von Lovenberg möchte Jacqueline Kellys wunderbares Jugendbuch "Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen" am liebsten gar nicht mehr aus den Händen legen. So hingerissen ist die Kritikerin von der Geschichte um die kleine unangepasste, auf einem Gutshof zwischen Baumwoll-Plantagen aufgewachsene Callie Vee gerufene Heldin, die sich in der Hitze des texanischen Sommers im Jahr 1899 behutsam von ihrer Mutter zu emanzipieren beginnt. Und so verbringt sie ihre Zeit nicht auf Debütantinnen-Bällen oder mit dem Musizieren, sondern gibt sich mit ihrem stillen und exzentrischen Großvater der gemeinsamen Leidenschaft für Insekten hin. Ein herausragender, nie "pädagogischer", sondern lebensnaher Roman, in dem es der Autorin nicht nur gelingt, ihre feinen Beobachtungen zu einem "atmosphärisch dichten Netz" zu verweben, sondern auch ein "plastisches" Bild der Epoche zu entwerfen, lobt die begeisterte Kritikerin.
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