Jacqueline Bhabha

Migration als Krise?

Wie ein Umdenken möglich ist
Cover: Migration als Krise?
Hamburger Edition, Hamburg 2019
ISBN 9783868543292
Gebunden, 144 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ursel Schäfer. Weltweit sind gegenwärtig mehr als 65 Millionen Menschen vertrieben worden oder geflohen - vor Krieg, politischer Instabilität, Naturkatastrophen. Nicht ohne Grund ist die Bewältigung der sogenannten Flüchtlings- und Migrationskrise zu einer politischen Priorität geworden.  Laut Jacqueline Bhabha ist das globale Phänomen der Migrationsbewegungen jedoch keineswegs historisch einmalig und die Bezeichnung "Krise" weder zutreffend noch politisch zielführend. Bhabha fordert vom globalen Norden, die kollektive Verantwortung für Vertriebene und Geflüchtete anzunehmen, sie mit koordinierten Maßnahmen, die humanitären und Naturkatastrophen vorbeugen helfen, angemessener unterzubringen und systematisch die globale Ungleichheit von Einkommens-, Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu bekämpfen.  Eine Reform der internationalen Flüchtlings- und Migrationspolitik ist nicht zuletzt eine Frage des gerechten Umgangs mit den Bedürfnissen kommender Generationen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.05.2019

Rezensent Rudolf Walther bekommt mit dem Buch von Jacqueline Bhabha Lektüre für den Stammtisch. Wie die Autorin Migration als Normalfall schildert und als Chance betrachtet, Verantwortung zu übernehmen, findet er lesenswert. Die Lehren, die Bhabha aus der Migrationsgeschichte zieht (nämlich dass sie uns zu moralischem Verhalten verpflichtet), scheinen Walther im krassen Gegensatz zu stehen zur politischen Praxis, die die Autorin geißelt und der sie ethische Mindeststandards entgegensetzt, Bildungs- und Arbeitschancen und die Bekämpfung von Fluchtursachen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.03.2019

Rezensent Rudolf Walther nennt Jacqueline Bhabhas Essay ein gediegenes Büchlein gegen die Stammtischhoheit. Was die amerikanische Anwältin zum Thema Migration zu sagen hat, findet Walther wichtig und anregend. Migration verstanden nicht als Krise, sondern als Normalfall und Chance, Verantwortung zu übernehmen, leuchtet Walther unmittelbar ein, wenn die Autorin politisch-moralische Lehren aus der Geschichte der modernen Migration zieht und Flüchtlinge als "Opfer eines Systems der radikalen globalen Ungleichheit" (Bhabha) erkennt. Bhabhas Vorschlag eines ethischen Mindeststandards mit Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Migranten kann Walther nur zustimmen.

Themengebiete


Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Daniel Kehlmann. Afrika - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Daniel Kehlmann: Afrika
Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…