Aus dem Amerikanischen von Michael Mundhenk. Jack Kerouac, 1922 geboren, gründete Ende der 30er-Jahre die literarische Gruppe "The Young Prometheans", in der er u. a. mit seinem Freund Sebastian Sampas unterschiedliche Themen aus Literatur und Kunst diskutierte. 1942 trat Kerouac in die U.S. Navy ein, und bis zu Sampas Tod 1944 unterhielten die beiden einen regen Briefwechsel, in dem Kerouac Auskunft über sein Arbeit gab, vor allem über "The Sea is my Brother", sein erstes größeres literarisches Werk. Bisher noch unveröffentlicht, ist diese Erzählung ein zu entdeckendes Juwel. Inspiriert von den Erlebnissen bei der Marine, enthält sie viele Elemente, die dann Kerouacs späteres Werk unverwechselbar machen. Der Autor findet hier zu seinem eigenen, individuellen Stil. Mit zahlreichen Fotos von Margaret Bourke-White, Cornell Capa, Henri Cartier-Bresson, Alfred Eisenstaedt, Elliot Erwitt, Andreas Feininger, Dorothea Lange, Carl Maydans und Weegee.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2011
Noch nicht ganz das Format von "On the Road". Stilistisch und formal professionell erscheint der als Weltpremiere auf Deutsch erscheinenden Erstlingstext des jungen Jack Kerouac dem Rezensenten dennoch. Die beiden in des Autors Brust wohnenden Seelen (die gebildete, die wilde) in zwei Rauhbeinen plastisch abzubilden, gelingt dem Autor laut Jochen Schimmang, und das Roadmovie Richtung Seefahrerballade nimmt nach anfänglichen Startschwierigkeiten Fahrt auf. Schimmang lobt den zeitgeschichtlichen Faktor der um 1942 spielenden Geschichte, ihren naiven Drive und den gut ins Deutsche geretteten Jargon und Zeitkolorit. Schön findet er die luxuriöse Aufmachung mit historischen Fotos von Cartier-Bresson, Bourke-White und anderen. Auf Kosten eines ordentlichen Korrektorats allerdings sollte das alles nicht gehen, findet Schimmang.
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