Aus dem Amerikanischen von Andrea 0'Brien und Jan Schönherr. Nach "Sommer in Maine" das neue Buch von J. Courtney Sullivan. Elisabeth ist Journalistin, erfolgreich und im Leben angekommen. Ihre reiche, aber schräge Familie hat sie hinter sich gelassen. Nach zwanzig Jahren New York zieht sie mit ihrem Mann Andrew aufs Land. Ihr Sohn Gil ist gerade zur Welt gekommen, und Andrew jagt seinem Erfindertraum nach. Um sich ihrer Arbeit widmen zu können, engagiert Elisabeth eine Babysitterin. Sam studiert Kunst, kommt aus einfachen Verhältnissen, hat sich eben erst in Clive verliebt und entdeckt gerade ihre klassenkämpferische Seite. Die beiden ungleichen Frauen werden, aus Mangel an Alternativen, Freundinnen. Aber kann das gutgehen?
Rezensentin Ursula März bekommt die geballte Ladung westlicher Durchschnittsprobleme für den Strandkorb mit dem neuen Roman von J. Courtney Sullivan. Das bedeutet aber für die Kritikerin nichts Schlechtes, im Gegenteil: Die Geschichte um das ambivalente Verhältnis einer arrivierten, in einer Villensiedlung nahe New York lebenden, unzufriedenen Endreißigerin, Mutter und Schriftstellerin und ihrem Kindermädchen, Studentin Anfang zwanzig mit Aufstiegswunsch, besticht laut März durch präzise psychologische und soziologische Beobachtungen und durch feine Ironie, gerade in der Schilderung der materiellen und habituellen Unterschiede der beiden Heldinnen. Für die "Great American Novel", die der Autorin offenbar vorschwebte, reicht es aufgrund der "betulichen Eingängigkeit" und der allzu schlichten Dramaturgie allerdings nicht, schließt die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.07.2021
Dass man die Konflikte früh erahnt, die J. Courtney Sullivans Geschichte um die Freundschaft zwischen einer wohlhabenden Amerikanerin und ihrer Nanny aus einfachem Hause bereithält, stört für Rezensentin Ursula März nicht die Spannung des Romans. Das Vorhaben der US-amerikanischen Schriftstellerin, ein Gesellschaftspanorama der USA vor Trump zu zeichnen, gelinge Sullivan auch dank mehrerer "bereichernder" Nebenfiguren und -handlungen, lobt März. Nur eine gewisse "Überausführlichkeit" stört sie zuweilen.
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