Aus dem Rumänischen von Peter Groth. Als Russland 2014 die Krim besetzte und einen Krieg in der Ostukraine begann, schrieb der moldauische Schriftsteller Iulian Ciocan noch an seinem Roman "Am Morgen kommen die Russen" (2015). Es ist eine fast hellseherische Satire auf eine russische Invasion aus dem separatistischen Transnistrien der Republik Moldau.In dem Roman versucht ein junger Akademiker, seinen Roman über eine russische Invasion in die Republik Moldau zu veröffentlichen. Der Roman verknüpft zwei faszinierende Geschichten, wobei das Fantastische durch die real existierende Wirklichkeit vorweggenommen wird. Wie die Prophezeiung einer düsteren und von Unsicherheiten geprägten Zukunft. Der Autor beschreibt die postsowjetische Gesellschaft in der moldauischen Hauptstadt Chișinău und beleuchtet die enormen Spannungen zwischen der rumänisch- und der russischsprachigen Bevölkerung sowie die politischen und sozialen Probleme, die sich seit der Unabhängigkeit der Republik Moldau abzeichnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2026
Rezensentin Yelizaveta Landenberger empfiehlt den dystopischen Roman von Iulian Ciocan aus dem Jahr 2015. Zu lesen ist laut Landenberger Wissenswertes über die gebeutelte Republik Moldau und ihre Bedrohung durch das prorussische Transnistrien. Wie der Autor anhand zweier Handlungsstränge die Invasion inszeniert, einmal fiktiv, einmal real, findet Landenberger atmosphärisch stark und kompositorisch geschickt ausgeführt. Auch als Karikatur der von Korruption und Armut geprägten moldauischen Gesellschaft der 1990er funktioniert der Text für Landenberger überzeugend. Vermisst hat sie ein Vorwort und kulturhistorische Informationen, etwa über die durch Russland manipulierte moldauische Sprache.
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