Aus dem Französischen von Ulrike Frank. Im Jahr 1999 beschließt die junge Schweizer Jüdin Isabelle Neulinger, nach Israel auszuwandern. Dort heiratet sie den modernen, an Religion nicht interessierten Sportlehrer Shai Shuruk. Nach der Geburt ihres Sohnes Noam beginnt Shai sich intensiv mit dem jüdischen Glauben zu beschäftigen. Obwohl Isabelle sich, um der Liebe willen, zunächst den immer radikaleren und restriktiveren religiösen Regeln fügt, wird ihr bald klar, dass sie Shai an eine ultraorthodoxe Bewegung verloren hat. Im Juni 2005 tritt sie mit ihrem kleinen Sohn die Flucht an. Den Rechtsstreit um Noam gewinnt die Mutter nach Jahren; ihr offenherziger und aufwühlender Erlebnisbericht zeigt, wie die Kluft zwischen säkularem und orthodoxem Leben Gesellschaft und Familien entzweit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2013
Die Geschichte um eine Mutter in Israel, die mit ihrem Sohn vor einem sich religiös fanatisierenden Ehemann flieht und dann einen bis zum Europäischen Gerichtshof gehenden Rechtsstreit zu führen hat, ist Beatrice Eichmann-Leutenegger bekannt. Doch die Autorin, erklärt sie, ergänzt das Geschehen in ihrem Buch um private Aspekte und einiges an Spannung, ohne larmoyant oder indiskret zu werden. Auch wenn der Text für die Rezensentin keinen literarischen Glanz besitzt, überzeugt sie der Band. Als schmerzhafter dokumentarischer Bericht klärt er sie auf: in Sachen israelischer Lebenspraxis wie in frauenrechtlichen Fragen, weniger betreffend die politische Situation.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…