Alles steht Kopf in den 22 Stockwerken des Kratzer. Das schiefe Hochhaus mit Sozialwohnungen in einem Wiener Stadtentwicklungsgebiet soll einem futuristischen Luxus-Immobilienprojekt weichen. Völlig unterschiedliche Lebensentwürfe treffen aufeinander, als Hausmeisterin Elfi eine Unterschriftenaktion startet und Paketbote Rachid mehr oder weniger freiwillig in der #jesuiskratzer-Bewegung dagegen protestiert. Auf der anderen Seite steht der Zukunftsforscher Gabor, der sich mit seiner Frau einen neuen Lebensabschnitt in einer KI-Wabe gönnen will, jedoch mehrund mehr an dem Projekt, seiner Beziehung und seinem ganzen Leben zu zweifeln beginnt. Gibt es ein Grundrecht auf Wohnen? Und wie viel brauchen wir eigentlich zum Leben?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2025
Einen weiteren vergnüglichen Gegenwartsroman legt Isabella Straub laut Rezensent Jan Wiele hier vor. Dessen drei Hauptfiguren heißen Rachid, Elfi und Gabor, ihres Zeichens Paketbote, Hausmeisterin beziehungsweise Philosoph, die drei haben mit einem Wohnhaus namens "Kratzer" zu tun, das abgerissen werden soll, erklärt uns Wiele. Gut gefällt dem Rezensenten, wie genau und wie ironisch die Autorin dabei beobachtet, die lebensweltlichen Hintergründe der Figuren etwa werden ausgesprochen pointiert umrissen. Weiterhin geht es um Leerstellen, führt der Rezensent aus, die das Leben aller drei zentralen Figuren und vielleicht ja das Universum überhaupt prägen, mit hinein nimmt der Roman außerdem heiß diskutierte, aktuelle Themen wie KI und Gentrifizierung. Erzählerisch bringt Straub das alles toll zusammen, so das Fazit.
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