Das Buch erschließt den Lesern die Küche als zentralen Wohnraum des häuslichen Lebens. Die Autorinnen und Autoren untersuchen die Küche nachdem sie seit den 90er Jahren als modisch-repräsentatives Designobjekt ins Zentrum rückte in Bezug auf ihre architektonischen, kulturellen, sozialen sowie ökonomischen Bedeutungen. Vorgestellt werden wichtige Entwicklungstendenzen und wegweisende Küchenkonzepte der letzten Jahrzehnte (Frankfurter Küche, Normküchen, Wohnküchen), planerische Grundlagen, aktuellste Trends, die sich wandelnden Bedürfnisse heutiger Benutzer an den Küchenraum (Patchworkfamilien, Singlehaushalte) sowie kulinarische Aspekte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2006
Sehr zufrieden ist Martino Stierli mit diesem Sammelband, der sich der Küche als Ort der Kreativität und Interaktion in soziolkultureller, architektonischer und gestalterischer Hinsicht widmet. Mit der ansprechenden Gestaltung und interessanten Texten ordnet der Rezensent den Band in der goldenen Mitte zwischen (oft inhaltsleeren) Bildbänden und unleserlichen Wissenschaftspublikationen ein. Die Beiträge befassen sich unter anderem mit der historischen Entwicklung, mit den Unterschieden zwischen Arbeits- und Wohnküche und den damit verbundenen Lebenskonzepten oder mit der Schweizer Küchennorm. Interessant erscheint ihm auch ein Beitrag, der erklärt, dass die Küche in dem Moment eine "Schaubühne" wurde, als Männer ein neues Selbstverständnis im Hinblick auf das Kochen entwickelten. Gewisse Wiederholungen und Überschneidungen sieht er dem ansonsten sehr informativen Band deshalb gern nach.
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