Aus dem Italienischen von Ulrike Stopfel. "Kein Architekt lebt heute, der nicht ein Stück Loos in sich trüge." Sigfried Giedion zum 60. Geburtstag von Adolf Loos, 1930. Seine selbstbewussten Ideen zur Architektur und zum Wohnen, eingegangen in wegweisende Gebäude und Innenräume, provozierten die Zeitgenossen. Was Adolf Loos in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts niederschrieb, baute und gestaltete wirkte nachhaltig auf die Entwicklung der Moderne. Die Schilderung seines Lebens und Werks von Ralf Bock, die historischen Aufnahmen aus dem Archiv der Albertina und vor allem Philippe Ruaults Farbfotografien nahezu unverändert erhaltener Häuser und Raumausstattungen verdeutlichen: Adolf Loos war eine der Leitfiguren der Architektur des 20. Jahrhunderts, seine kritischen Gedanken sind noch heute aktuell.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Man hat den Architekten Adolf Loos gern missverstanden: Keineswegs hat er, dessen Buch "Ornament und Verbrechen" berühmt wurde, jedes Ornament als Verbrechen verstanden, oder auch nur in seinen eigenen Bauten und innenarchitektonischen Entwürfen gemieden. Mit den Missverständnissen, mit den Klischees und auch mit manch anderem, was über Loos verbreitet wurde und wird, räumt, so Rezensent Dieter Bartetzko, Ralf Bocks Loos-Studie und -Biografie auf. So wird der Architekt wieder zum "Unbekannten": als Jugendlicher eine Figur wie von Thomas Mann erfunden, dann der "Durchbruch" mit der "Kärntner Bar", einem Bau am Rande von Wien. Der Rezensent schreibt in weiten Teilen seiner Kritik so über Loos, dass man nicht recht versteht, ob er sich auf das vorliegende Buch bezieht oder eher selbst Thesen entwickelt. Was aber wohl dafür spricht, dass er den Band in jedem Fall als Inspiration empfunden hat. Die Architektur-Fotografien von Philippe Ruault lobt er allerdings sehr ausdrücklich.
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