Isabel Allende

Das Siegel der Tage

Cover: Das Siegel der Tage
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783518420102
Gebunden, 415 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Isabel Allende erzählt von lesbischen Nonnen, die sich eines schon aufgegebenen Säuglings annehmen, und von chinesischen Buchhaltern, die unter der Fuchtel ihrer Mama eine Ehefrau suchen. Und als warmen Unterstrom des mal komischen, mal traurigen oder dramatischen Treibens lesen wir die Geschichte einer Liebe zwischen einer reifen Frau und einem reifen Mann, die alle Stromschnellen und Untiefen gemeinsam gemeistert und ihre Zuneigung zueinander lebendig zu halten gewusst haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2008

Mehr als nur ein bisschen genervt scheint die Rezensentin Ariane Breyer von dieser offenbar autobiografischen Selbstdarstellung der Isabel Allende als nicht mehr ganz junge Kupplerin. Und Tratscherin. Im wesentlichen geht es, wenn wir die Zusammenfassung recht verstehen, darum, wie Allende diverse Mitglieder der Familie und auch den Buchhalter ihres Mannes unter die Haube zu bringen versucht. Geschildert wird die Wandlung der homophoben Schwiegertochter zur Lesbe, außerdem ein Lesbenpärchen, das die Tochter der drogensüchtigen Stieftochter adoptiert - und manches mehr, das die Öffentlichkeit im Grunde eher nicht näher angeht. Zu den Indiskretionen, die all diese Geschichten bedeuten, glaubt Allende sich lizenziert, so Breyer, weil sie Schriftstellerin ist und weil deshalb die Gesetze des Anstands für sie nicht gelten. "Gedankliche Tiefe" hat die Rezensentin dabei nicht ausmachen können, immerhin gelegentliche Spuren von "Selbstironie".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2008

Rezensentin Maike Albath ist nach diesem Einblick in das Privatleben der Erfolgsautorin Isabel Allende gehörig angewidert und hält es für "Intimitäts-Terror" in Reinform. Unter literarischen Aspekten lesenwert ist das ihrer Meinung nach sowieso nicht, denn "die Wechselfälle des Lebens" seien hierin "weder ästhetisch überformt noch fiktionalisiert". Lediglich der "Voyeurismus" des Lesers wird ausführlich bedient, findet die Rezensentin. Man nimmt an dem Leben der Familie Allende über die letzten 15 Jahre teil, als wäre es eine "lateinamerikanische Soap Opera". Der Erkenntnisgewinn beschränkt sich darauf zu sehen, woher die Autorin ihre Geschichten hat. Deshalb, so das trockene Fazit von Albath, "sollte man es sich gut überlegen, ob man bei Isabel Allende einheiraten will".
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