Dieses Buch erzählt vom Aufstieg und vom Ende des Nationalsozialismus, vom Krieg und vom Alltag, von der Verfolgung und der Vernichtung von Menschen, vom Widerstand und von dem Jahr der Befreiung, als das "Dritte Reich" endlich besiegt war. Diese Zeit ist Geschichte. Aber sie ist auch voller Geschichten, aus denen man lernen kann. Warum so viele Menschen an Hitler glaubten und nur wenige nicht mitmachen wollten, davon erzählen die Autoren dieses Buches: Hans Mommsen, Mirjam Pressler, Hermann Vinke, Ursula Wölfel, Hilke Lorenz und Hartmut von Hentig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2005
In diesem Sammelband sind sechs Geschichten enthalten, mit denen Jugendlichen die NS-Zeit nahe gebracht werden soll, teilt Elisabeth Kiderlen zunächst einmal ganz angetan mit. Sie findet es "sympathisch", dass bei dem mit vielen Fotos "aufwändig" gemachten Buch mit Ausnahme eines Beitrags alle Texte von Zeitzeugen stammen. Besonders beeindruckt ist sie von Hans Mommsens Text, denn ihm "gelingt das Kunststück" Anfang und Ende der Nazizeit "prägnant und anschaulich" auf nicht einmal 40 Seiten darzustellen. Was sie an diesem Jugendbuch stört, ist das allzu spürbare "didaktische Konzept", das dem Band übergestülpt ist. Der Aufruf von Herausgeberin Carola Stern, sich gegen das "Unrecht der Welt" zu engagieren kommt für den Geschmack der Rezensentin mit allzu viel "Pathos" daher. Auf Kiderlen wirken die Geschichten der Autoren "wie eingeklemmt zwischen den moralischen Absichten der Herausgeberinnen", und sie hat insgesamt den Eindruck, dass sich das Buch weniger an Jugendliche, als vielmehr an in der Jugendarbeit tätige Menschen wendet. Gut findet sie die kurzen Erklärungen, mit denen Begriffe wie "Gestapo" oder "Unternehmen Barbarossa" erklärt werden, sprachlich ist ihr hier manches allerdings viel zu flapsig formuliert.
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