Herausgegeben von Armin Pongs. Verschiedene Sichtweisen zum Thema Globalisierung stehen im Mittelpunkt dieses Buch-Projektes. In jedem Band finden sich die Perspektiven von zehn Experten aus aller Welt, die in einschlägigen Publikationen zur Globalisierung Stellung bezogen haben. Nach einer kurzen Einführung in die Entstehungsgeschichte ihres jeweiligen Nationalstaates und einem Porträt der befragten Person beantworten die Autoren Fragen zur nationalen Identität und Zukunft der Demokratie. Mit Beiträgen von Ilija Trojanow, Ulrich Beck, Timothy Garton Ash, Natan Sznaider, Kenichi Ohmae, Guy Kirsch, Saskia Sassen, Josef Haslinger, Janusz Reiter und Benjamin R. Barber.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2004
Ein "anregendes Buch" sieht Rezensent Alexander Kissler in diesen Sammelband, in dem Wissenschaftler, Intellektuelle und Künstler aus Europa und den USA die im Titel formulierten Frage, "In welcher Welt wollen wir leben", zu beantworten suchen. Für Kissler zeigt sich recht schnell, dass das ganze Problem im Wörtchen "wir" steckt - "denn die Einheit, die damit suggeriert wird, gibt es nirgends." Während Janusz Reiter die "Friedensgemeinschaft" Europa als einmalige Chance begreift, einen zersplitterten Kontinent ohne kriegerische Mittel zu einen, wobei man allerdings noch ein "gemeinsames Missionsbewusstsein" von den Amerikanern zu lernen habe, und sich Natan Sznaider vom "liberalen Imperialismus" der USA die Lösung aller Probleme erwartet, plädieren Ulrich Beck und Benjamin Barber für eine "kosmopolitische Wende" und spotten über die "amerikanischen Welterlöser". "Wir haben bisher die Laster und Vergehen dieser Welt globalisiert", zitiert Kissler abschließend aus dem Buch. "Wir sind daran gescheitert, unsere Tugenden zu globalisieren".
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