Ilma Rakusa

Wo bleibt das Licht

Cover: Wo bleibt das Licht
Droschl Verlag, Graz 2025
ISBN 9783990591925
Gebunden, 560 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

"Wo bleibt das Licht" - eine passendere Frage könnte man in diesen Zeiten wohl kaum in den Raum werfen. Dunkle Nachrichten und düstere Prognosen prägen die Gegenwart und beschäftigen die Schweizer Autorin Ilma Rakusa. In Tagebuchprosa, Gedichten, Monologen und Dialogen erkundet sie mehr als zweieinhalb Jahre lang - beginnend im Sommer 2022 - ihr Inneres im Spiegel des Außen. Sie blickt mit Schrecken und Erschütterung auf die Krisenherde der Welt, hadert, zweifelt und verzweifelt. Rakusa prangert sie Ungerechtigkeit und Despotismus an, appelliert an Menschlichkeit und Verstand, berichtet voller Empathie vom Alltag notleidender Menschen. 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2025

Seit 2022 sind diese über fünfhundert Seiten Tagebuchprosa von Ilma Rakusa entstanden, hält Rezensent Paul Jandl fest: Die "literarische Weltbürgerin" schreibt hier über alles, was ihr auf der Seele liegt. Der Aufstand der Frauen im Iran und Putins Überfall der Ukraine kommen ebenso vor wie Freud und Leid des Älterwerdens, sterbende Schriftsteller-Freunde, aber auch junge Enkel, die die Welt neu entdecken, schildert Jandl. Ihn erinnert Rakusas Offenheit an das japanische Prinzip "Zuihitsu", bei dem es darum geht, beim Schreiben offen und spontan zu bleiben. Auch die Bezüge zur Kunst Marina Abramovics und zu den Texten Serhij Zhadans gefallen ihm. Ein "leuchtendes Buch für lichtlose Zeiten", lobt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2025

Rezensent Tobias Lehmkuhl schätzt Ilma Rakusa als Essayistin, Kritikerin und Dichterin, doch die um die Kriege in der Ukraine und in Gaza kreisenden Tagebucheinträge der Autorin aus den Jahren 2022 bis 2024 scheinen ihm schal, phrasenhaft, voller Binsenweisheiten und oft nah am Schwulst. Der Wechsel zwischen Notaten übers Reisen oder den Garten und über Leid und Krieg erscheint Lehmkuhl nicht so problematisch, das Fehlen kritischer, analytischer Distanz, ob bei den Kriegsbetrachtungen oder beim Blick auf die Literatur, findet er hingegen störend.

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