Ignacio Aldecoa

Gran Sol

Roman
Cover: Gran Sol
Marebuchverlag, Hamburg 2007
ISBN 9783866480575
Gebunden, 300 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen. Ignacio Aldecoa erzählt die Fahrt von dreizehn kantabrischen Fischern zu der Fischbank Gran Sol westlich von Irland. Die Männer mit ihren unterschiedlichen Temperamenten bilden eine Schicksalsgemeinschaft in einer Welt von salziger Nässe und klammer Scheußlichkeit: Sie zweifeln, streiten, trinken und träumen, schuften bis zum Umfallen, hadern mit dem Verlust ihrer Heimat und der Sehnsucht nach ihren Frauen. Sie sind allein mit sich auf dem urgewaltigen Meer, das ihnen Ort ewiger Bewährung ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.01.2008

Rezensent Tobias Lehmkuhl freut sich, dass dieser "fast dokumentarische" Roman von Ignacio Aldecco nun endlich, gut 50 Jahre nach der Veröffentlichung in Spanien, auch auf Deutsch erscheint. In dem Zusammenhang bedenkt er den Übersetzer Willi Zurbrüggen mit sehr warmen Worten und nennt seine "natürlich wirkende" Übertragung "geradezu genialisch". An dem dialoglastigen Roman gefällt Lehmkuhl, dass er ganz "frei von Pathos" und von "symbolischer Überhöhung" ist - anders als bei den berühmten Seefahrerromanen von Melville oder Conrad. Lehmkuhl bezeichnet das Lebensgefühl, das aus dem Roman spricht, als "Nachkriegsnüchternheit".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2007

Freudig begrüßt Rezensent Kersten Knipp vorliegende Übersetzung von Ignacio Aldecoas Roman "Gran Sol". Hohes Lob spricht er dem Übersetzer Willi Zurbrüggen aus, dem es gelungen ist, auch in der deutschen Übertragung den "maritimen Geschmack" des Originals zu vermitteln. Der Roman über baskische Fischer auf großer Fahrt, über das Leben an Bord, die harte Arbeit auf See und den Umgang mit der Natur hat ihn von Anfang an gefesselt. Das liegt für ihn nicht zuletzt an der lebendigen, sinnlichen und doch spröden Sprache des spanischen Schriftstellers, die eine eigene Wirkung entfaltet. Er spürt die feuchten Brisen förmlich durch die Seiten wehen, die Gischt sprühen, den Geruch von Fisch und Tang aus den Buchdeckeln steigen. Mit Seefahrerromantik hat das Buch seines Erachtens dennoch nicht viel am Hut. Zwar sieht er Aldecoa einen Hauch davon entfalten, aber nur, "um ihn umgehend wieder zurückzunehmen". Sein Resümee: ein "großer Roman".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.05.2007

Mit großem Genuss ließ sich Rezensentin Irene Grüter von diesem Roman in archaische Ursehnsüchte "zurückschaukeln": in die "von modernen Komplexitäten" befreite Welt der Seefahrt. Ganz versteht sie nicht, warum es fünfzig Jahre gedauert hat, bis dieses Hauptwerk des spanischen Schriftstellers auf Deutsch erschienen ist, denn die raumgreifende und sinnliche Intensität, mit der Ignacio Aldecoa das Meer beschreibt, begeistert die Rezensentin sehr. Es geht Grüter zufolge um dreizehn baskische Fischer, die aufgebrochen sind, "den großen Fang" zu machen, um ihren existenziellen Kampf mit den Elementen. Unverkennbar hört die Rezensentin immer wieder den Ton Ernest Hemingways heraus, riecht den "heroischen Hauch von Schweiß, Schnaps und Ölschmiere" und eine Spur von Männerpathos. In den minutiösen Schilderungen nautischer Einzelheiten fliegt der beeindruckten Rezensentin zu ihrem Glück eine "geballte Ladung" nie gehörter Worte entgegen. Am Schönsten findet sie jedoch, dass sie diesen Abenteuerroman auch als "lakonisch-humorvolle Sozialstudie" lesen konnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007

Den Autor zählt Paul Ingendaay zur bedeutendsten Gruppe spanischer Neorealisten und zu den "kapitalen" Erzählern. Warum Ignacio Aldecoas Hauptwerk erst jetzt bei uns erscheint, ist ihm ein Rätsel. Er hält es für ein "genau komponiertes" Sprachkunstwerk von dokumentarischem und poetischen Wert, für ein "Epos vom Überlebenskampf", dessen Figuren der Autor "mit Wärme, aber ohne Beschönigung" zeichnet. Der ehrfurchtsvolle, beschwörende Blick auf das Meer und den Fischfang kommt Ingendaay archaisch vor: "Fressen und Gefressenwerden", darum geht es. In Willi Zurbrüggens "preiswürdiger" Übertragung sieht der Rezensent die Geschichte dennoch leuchten, dramatisch, poetisch.
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