Ulla-Lena Lundberg

Eis

Roman
Cover: Eis
Marebuchverlag, Hamburg 2014
ISBN 9783866482067
Gebunden, 528 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Karl-Ludwig Wetzel. So etwas haben die windumtosten Örar-Inseln, ein Archipel abseits der Schiffsrouten zwischen Finnland und Schweden, noch nicht erlebt: Mit der Ankunft ihres neuen Pfarrers Petter Kummel Mitte der 1940er-Jahre bricht für die Inselbewohner eine ganz neue Ära an. Die Fischer und Bauern verfallen der optimistischen, aufgeklärten Ausstrahlung des jungen Pastors, seiner Frau Mona und ihrer kleinen Tochter Sanna ebenso schnell wie umgekehrt die Pfarrersfamilie dem rauen Charme der Landschaft und ihrer Gemeinde. Am liebsten möchten die Kummels für immer bleiben. Doch auf dem Meer und dem Eis, das im Winter die Kirchinsel mit den Höfen verbindet, herrschen unsichtbare, uralte Mächte, für deren Warnungen die Zugezogenen keinen Sinn zu haben scheinen... Ulla-Lena Lundberg lässt ihre Leser am Eheleben von Petter und Mona teilhaben, an Versuchungen, denen der Pastor ausgesetzt ist, an schwelenden Konflikten zwischen den Ost und den Westdörfern, aber auch am Zusammenhalt einer Gemeinschaft, die für ihre Klatschlust genauso berühmt ist wie für ihren kräftigen Gesang. Die Autorin erzählt vom Glück, das im Familienleben und in den Dingen des Alltags liegen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2014

Rezensentin Katharina Granzin freut sich, dass die wunderbare, aber doch hierzulande noch weitgehend unbekannte finnlandschwedische Autorin Ulla-Lena Lundberg nun auch auf Deutsch entdeckt werden kann. Mit ihrem neuen Roman "Eis" nämlich, der angelegt an die eigene (Pfarrers-)Familiengeschichte, aber doch weit darüber hinaus, von einer Kindheit auf den abgelegenen Aland-Inseln spielt. Schnell lässt sich die Kritikerin fesseln von Lundbergs exzellenter Mischung aus emotionaler Eingebundenheit und intellektueller Klarsicht, mittels derer sie von schwindender Familienidylle und Frömmigkeit in der Nachkriegszeit schreibt. Insbesondere aber lobt Granzin  das Vermögen der Autorin, derart "suggestiv" zu erzählen, dass das handlungsarme Inselleben durch faszinierende Charakterporträts, Landschafts- und Wetterschilderungen einen ganz eigenen Sog entfaltet. Eine Rehabilitierung des verpönten "Heimatromans", ganz ohne Kitsch, dafür aber mit geradezu "radikalen" Naturbeschreibungen, schwärmt die angetane Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2014

Eleonor Benítez ist des Finnischen nicht mächtig und will deshalb nicht entscheiden, ob es an der deutschen Übersetzung oder an Ulla-Lena Lundbergs Roman "Eis" selbst liegt, aber sie findet die Geschichte des jungen Pastors Peter Kummel und der Bewohner der winzig kleinen Örar-Inseln ziemlich "ermattend", gesteht die Rezensentin, vor allem der Sprache wegen. Auch der Zusammenbruch des ländlichen Idylls erscheint ihr deswegen "reichlich belanglos", so Benítez.
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