Die Gleichzeitigkeit der Dinge
Roman

Berlin Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783827015136
Gebunden, 224 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Jean Tobelmann, Gastronom in dritter Generation, hat einen eigenwilligen Stammgast - der junge Sourie erforscht mit leidenschaftlichem Ernst, wovon die meisten Menschen lieber schweigen: das Ende des Lebens. Warum? Tobelmann geht der Geschichte des humorvollen Exzentrikers auf den Grund und stößt dabei auf etwas, das verständlicher und zugleich unbegreiflicher nicht sein könnte, etwas, das weit über Souries Amour fou mit der gemeinsamen Freundin Tessa und die Verbundenheit der beiden Männer hinausweist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.10.2024
Rezensent Bernhard Heckler schippert mit der Autorin Husch Josten über die Seine, um ihren neuen Roman zu besprechen: Der Protagonist Sourie arbeitet in einem Kölner Altenheim und beschäftigt sich mit dem Tod, über den er aus philosophischer Perspektive von Nietzsche über Freud bis Camus alles gelesen hat, bis er im Laufe des Buches selbst stirbt. Heckler attestiert Josten großes Talent für den Dialog, das zeigt sich ihm auch an den Figuren Tessa, Fotografin, und Jean, Koch, die nach Souries Tod die Erzählung übernehmen und zwischen Altenheim und Jeans Restaurant in einer Art "dialogisches Kammerspiel" umherwandeln. Den Tod als, wie Tessa es ausdrückt, "größte Zumutung des Lebens", hat die Autorin dem Kritiker zufolge eindrucksvoll und absolut lesenswert beschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2024
Diese "verschachtelte" Geschichte fragt nach dem Umgang mit der eigenen Sterblichkeit. Dass jede Geschichte eine Ausgangsfrage hat, ist bei der Autorin Husch Josten nicht ungewöhnlich, betont Rezensentin Lerke von Saalfeld. Allerdings findet sie gerade diese Frage "verstörend" und fühlt sich nunmehr zur Lektüre angeregt. Saalfeld lobt Jostens "nuancenreiche" Prosa und die Charakterbildung der Figuren ihres Romans - keine sei gleichförmig, linear, konsequent, sondern heimlich, vielschichtig, bewege sich zwischen mehreren Identitäten und Zuständen, ohne sich ganz zu offenbaren. Und Jostens Schreiben, so Saalfeld, bewege sich zwischen Philosophie, religiöser Exegese und der Schilderung prägnanter Liebesgefühle. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Freunden, die in "mäandernden Gesprächen" das Problem der Sterblichkeit verhandeln. Als Tessas Mann von ihrer Liebe zu dem jungen Intellektuellen Sourie erfährt, flieht der Geliebte nach Norwegen. Persönlich werden sie sich nicht mehr begegnen, denn Sourie stirbt unter ungeklärten Umständen in Norwegen. Nichts ist sicher oder absolut in Jostens Prosa - die Autorin liebe es, alles auf den Kopf zu stellen, die Karten immer wieder neu zu mischen, wie Saalfled es ausdrückt, und dass alles nur bis zu einem Punkt verhandelbar ist, gefällt der Rezensentin sehr.