Aus dem von Spanischen von Erich Hackl. "Wandern, graben, warten, genau das ist der Vorgang, der mich dazu bringt, ein Gedicht zu schreiben", sagt der guatemaltekische Dichter Humberto Ak'abal. "Mein Großvater, ein Maya-K'iche'-Priester, brachte mir bei, die Unwetter zu lesen, die Windstärke mit den Fingerkuppen zu messen, das Vogelgezwitscher zu deuten, die Stimme des Feuers und das Verhalten der Tiere zu erkennen." Das sind denn auch die Themen, der Ton, die Sprache geworden: seine Gedichte. Der Übersetzer Erich Hackl wünscht sich, dass "Geistertanz" als Erzählung in Versen gelesen wird, als ein durchgehender Bericht aus einer scheinbar entlegenen, fremden Weltgegend, der auf jeder Seite neu ansetzt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2015
Nico Bleutge gibt sich den klangvollen Arrangements der Wörter in den Gedichten des guatemaltekischen Dichters Humberto Ak'abal gerne hin. Ak'abal bezieht seine Themen und Motive laut Bleutge aus Kleinigkeiten, versieht sie aber mit "Risslinien" hin zum Imaginären: "Reden wir nicht lange herum: // dass es Geister gibt, / ist sonnenklar. // Ein Dorf ohne Geister / ist gar kein richtiges Dorf. // Aber / die Geister / müssen wirkliche Geister sein." So kommen, wie Bleutge erklärt, Kindheitserinnerungen, Dorfgeschichten und die Sprache des Dichters, das Maya-Ki'che', ins Spiel. Wenn der Autor das unkommentiert geschehen lässt, gefällt es dem Rezensenten am besten. Bedauerlich findet er den Verzicht auf eine spanische Version der Texte im Band.
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