Hugo Dittberner

Das See-Vokabularium

Roman
Cover: Das See-Vokabularium
Wallstein Verlag, Göttingen 2010
ISBN 9783835306318
Gebunden, 136 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

"Bojen und Wörter", hatte Rainer einmal gesagt, "halten einen Mann auf Kurs." Und eines der Hobbys in ihrer gemeinsamen Unizeit in Göttingen war, klangvolle Wörter zu sammeln und in Notizbücher zu schreiben: "Glimmerschluff" und "Stromrinnen" etwa, oder "Glühwürmchen der See", "Prickenreihe". 30 Jahre liegt das zurück. Enge Freunde waren Reiner und Albert gewesen; sogar in den Pfarrhaushalt seiner Eltern hatte Rainer den Kommilitonen oft mitgenommen, bevor er nach dem Studium nach Holland gegangen war und mit seiner Frau ein Hotel in Domburg eröffnet hatte. Dass Albert diese Erinnerungen aufruft, liegt daran, dass Rainers Bruder plötzlich in der Tür steht und behauptet, der ehemalige Freund sei verschollen und schon seit längerem für tot erklärt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2010

Martin Zingg hat den jüngsten Roman des von ihm sehr geschätzten Hugo Dittberner mit ungetrübter Zufriedenheit gelesen. Es geht um einen verschollenen Freund, der in Gesprächen und auch in einem mit dem Erzähler einst gemeinsam geführten "See-Vokabularium" Plastizität gewinnt, erfahren wir. Dabei wird auch die Vergangenheit als Zeit "betörender Leichtigkeit" wieder lebendig, so der Rezensent, der sich von der sprachlichen Musikalität und Eleganz dieses Romans sehr ansprechen lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2010

Thomas Meissner charakterisiert in seiner knappen Kritik Hugo Dittberners Roman "Das See-Vokabularium" als einnehmend "altmodische" "Desillusionierungsgeschichte der Achtundsechziger-Generation". Bei einem durchaus realistischen Setting und Figurenarsenal betont er doch die "Poesie der Gesamtkonstellation'" und lässt sich ganz gern auf die Beschwörung magischer Wörter und Bücher, die der Autor hier anstimmt, ein, wie es scheint. Andererseits aber fällt Meissner schon auf, dass diese Magie zwar immer wieder behauptet wird - das "See-Vokabularium" spielt als sprachmagische Sammlung eine exponierte Rolle -, aber dem Leser nicht wirklich glaubhaft gemacht wird, und so sieht er mit diesem Roman Erwartungen geschürt, die doch nicht recht eingelöst werden.
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