Hubert Fichte

"In Gedanken unterhalte ich mich die ganze Zeit mit Dir."

Briefe
Cover: "In Gedanken unterhalte ich mich die ganze Zeit mit Dir."
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783103976328
Gebunden, 400 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

In dieser Freundschaft sei er der Satellit, sagte Hubert Fichte einmal, und Peter Michel Ladiges die Bodenstation. Beide teilten die Leidenschaft für Literatur und Ethnologie und suchten nach neuen Formen der Darstellung. Fichte als Autor, der viele Radiofeatures über afroamerikanische Religionen schrieb, Ladiges als freier Rundfunkregisseur, der Fichtes Manuskripte inszenierte und eigene ethnologische Sendungen über die indigenen Kulturen Mittelamerikas realisierte. Die unveröffentlichten Briefe zwischen Fichte und Ladiges sind eines der wenigen umfangreichen Zeugnisse der Freundschaft in Fichtes Leben, sie sind Ausdruck von Anteilnahme und Fürsorge und belegen eine äußerst produktive Arbeits-gemeinschaft. Wie nebenher wird die zentrale Rolle deutlich, die das Radio in den 1970er Jahren für die Literatur spielte. 

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.01.2025

Die Briefe zwischen Hubert Fichte und Peter Michel Ladiges, die jetzt in einem Band erscheinen, gewähren tiefe Einblicke in eine einzigartige Freundschaft und kreative Arbeitsbeziehung, schreibt Rezensent Sidney Kaufmann. Von 1971 bis 1985 tauschten sie Ideen zu ethnopoetischen Radiofeatures aus, die Kunst und Wissenschaft verschmelzen ließen. Fichtes Reisen und Forschungen, etwa zu afrodiasporischen Religionen, sowie Ladiges' innovative Radiotechniken prägen diese Zusammenarbeit, erfahren wir. Ihre Briefe enthalten aber auch Persönliches, Reflexionen und derbe Geschichten über die Auslebung der eigenen (homosexuellen) Sexualität und humorvolle Absurditäten wie Ladiges' Sammlung von 20.000 Kartoffelrezepten, staunt die Kritikerin. Die Edition beleuchtet zudem die Radiogeschichte und stellt aktuelle Fragen zur Ethnologie. Herausgeber Peter Braun liefert hilfreiche Kontextualisierungen, auch in Bezug auf damals normalisierte rassistische Sprache, doch das Hörerlebnis bleibt Archivbesuchen vorbehalten. Eine faszinierende Dokumentation einer Avantgarde-Beziehung, schließt die Kritikerin.

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