Hermione Lee

Elizabeth Bowen

Porträt einer Schriftstellerin
Cover: Elizabeth Bowen
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783895616075
Gebunden, 320 Seiten, 28,63 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christine Frick-Gerke. Hermione Lee beschreibt das Leben Elizabeths Bowens und führt durch ihre Romane und Erzählungen: entstanden ist das Porträt einer großen Autorin des 20. Jahrhunderts, die es zu entdecken gilt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.08.2001

Andreas Dorschel trifft Elisabeth Bowen - einmal in ihrem siebzig Jahre nach der Erstveröffentlichung endlich auch auf deutsch zu lesenden Roman "Der letzte September" (Verlag Schöffling & Co.). Und dann im Bowen-Porträt Hermione Lees ("Elisabeth Bowen. Porträt einer Schriftstellerin", ebenfalls Schöffling & Co.)
1) Elisabeth Bowen: "Der letzte September"
Ein Porträt einer untergegangenen Welt sei das Buch, schreibt der Rezensent, ein "gänzlich unsentimentaler Roman über die Liebe und ihr Misslingen", eine Parabel zur politischen Geschichte Irlands und dann noch ein Versuch über den Umgang mit Grenzen. Puh, nicht schlecht. Findet auch Dorschel. Zumal die Autorin für ihn "mit unbestechlicher Intelligenz" bei der Sache ist und mit einer Sprache, die sowieso das Eindrucksvollste darstellt: "Sie überrascht stets auf neue, durch plötzlich lakonische Charakterisierungen ... und auch durch Bilder, in denen sogar das Abstrakte zum Bild für das Konkrete werden kann". Gar nicht leicht zu übersetzen, meint Dorschel und lobt zu guter Letzt dennoch auch die deutsche Fassung.
2) Hermione Lee: "Elisabeth Bowen"
Etwa vorhandene Reste von Neugier auf die akademische Produktion zum Thema sieht der Rezensent schon in die Flucht geschlagen. Die ersten 25 Seiten des Buches hat er nur schwer ertragen: "Lang und breit, mal verständnisinnig, mal kritisch, meist ... beides", werden feministische, postkoloniale oder post-Derridasch-dekonstruktivistische Diskurse bemüht. Mit einer eher öden Botschaft, erklärt uns Dorschel, dem alles, was danach kommt auch nicht viel mehr zuzusagen scheint, ehrlich: "etwas Biografie, dieser und jener Hinweis auf historische Hintergründe und literarische Einflüsse, Inhaltsangaben zu allen Büchern, recht nett geschrieben, und ...überdies eine Art Readers Digest-Version von Elisabeth Bowens Werk". Oder klingt das vielleicht begeistert?
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