Spätherbst 1943. Nachdem Ännchen Schwalbes Vater Judensterne auf die jüdischen Bücher seiner Lüneburger Buchhandlung geklebt hat, wird er von der SS abgeholt. Eines Tages ist auch die Mutter verschwunden, und das 14-jährige Ännchen wird zu Bauern nach Bredenbock in die Lüneburger Heide geschickt. Dort lernt sie den russischen Fremdarbeiter Sergej kennen. Als sie erfährt, dass die SS die Fremdarbeiter des Dorfes abholen soll, beschließt sie, mit Sergej zu fliehen ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002
Hermann Schulz erzählt eine Geschichte aus dem Krieg, einfühlsam, historisch genau und in einer schlichten Sprache, die Cathrin Kahlweit überzeugt hat. Im Mittelpunkt des Geschehens aus dem zweiten Weltkrieg steht ein Mädchen, das seinen Kosenamen Ännchen nicht ablegen kann, weil ihm die Familie abhanden gekommen ist. Es gerät in eine Pflegefamilie auf dem Land, wo es auch Fremd- und Zwangsarbeiter gibt, und einen von ihnen, einen Russen, begleitet Ännchen wie selbstverständlich auf der Flucht durch Deutschland. Flucht und erste Liebe, Hunger, Kälte und Verfolgung werden von Schulz ebenso unspektakulär wie poetisch geschildert, lobt Kahlweit. Am Ende werden die beiden, fast verhungert, von den Alliierten aufgegriffen; Ännchen wird wieder gesund und findet ihren Vater, während der junge Mann sehnsuchtsvoll gen Russland entschwindet. Ein Buch, das Kahlweit beeindruckt hat, weil hier kindliche Stärke völlig selbstverständlich geschildert wird.
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