Die oberrheinische Metropole, deren malerische Altstadt rund um das Münster bereits seit 1988 zum Weltkulturerbe zählt, kann auf eine überaus bemerkenswerte, zweitausendjährige Geschichte zurückblicken. Der militärisch und wirtschaftlich außerordentlich günstig gelegene Platz an den Ufern der Ill und der Mündung zum Rhein war stets eine Nahtstelle zwischen den Völkern, zunächst zwischen Kelten, Römern und Germanen, dann bis in die aktuelle Gegenwart zwischen Deutschen und Franzosen. Die vielfältigen Austausch-beziehungen haben Straßburg und seinen Einwohnern wirtschaftlichen Wohlstand beschert und eine hohe kulturelle Blüte bewirkt. Das Münster, eine der bedeutendsten europäischen Kathedralen, in dem sich deutsche und französische Einflüsse harmonisch verbinden, kann als das augenfälligste Symbol für diese befruchtende Symbiose gelten. Andererseits war Straßburg, zur stärksten Festung ausgebaut, jahrhundertelang ein deutsch-französischer Zankapfel. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Weg zur Aussöhnung frei und Straßburg, der Sitz von Europarat und Europaparlament, die Europastadt schlechthin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.08.2006
Eine angenehme Lektüre erblickt Frank-Rutger Hausmann in Hermann Schreibers Porträt der Europastadt Straßburg. Er bescheinigt dem Autor, die wechselvolle Geschichte der Stadt von Römerzeit bis in die Gegenwart in eine "spritzig geschriebene Chronik" zu verpacken und mit zahlreichen Anekdoten zu garnieren. Einen Minuspunkt vergibt Hausmann dennoch: die Geschichte der Stadt ist ihm hier einfach zu harmonisch, zu idyllisch dargestellt. Demgegenüber verweist er auf die zahlreichen Kämpfe, die Straßburg seit der Reformation immer wieder erschütterten und das Bild der Stadt nachhaltig veränderten.
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