Herausgegeben von Peter-Erwin Jansen. Herbert Marcuse arbeitete von 1942 bis 1951 für den US-amerikanischen Geheimdienst, um aktiv an der Bekämpfung des NS-Systems teilzunehmen. Er fertigte Analysen über die psychische und ideologische Verfassung des autoritären deutschen Kollektivs an. Die Feinde, aus deren Mitte er selbst hervorgegangen war, wollte er begreifen, bekämpfen und, nachdem der Sieg errungen, wieder in die Zivilisation zu integrieren helfen. Marcuse zeigt, wie sich die technologische Rationalität und der Pragmatismus der Deutschen mit ihrem Hang zu mythischer Irrationalität zu einer "neuen deutschen Mentalität" verbinden. Jedes Projekt einer Befreiung und "Re-education" Deutschlands, so lautet Marcuses Fazit, habe diese spezifische Mentalität in ihr Kalkül aufzunehmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2007
So richtig glücklich scheint Tim B. Müller nicht mit dieser von Peter-Erwin Jansen besorgten Edition von Herbert Marcuses nachgelassenen Schriften aus der Zeit seiner Arbeit für das amerikanische "Office of Strategic Services". Zwar sieht er Marcuses grundlegende Analysen des Faschismus und seinen Schock angesichts des nationalsozialistischen Terrors hier "verdienstvoll" dokumentiert. Ein vollständiges Bild, eine "intellektuelle Archäologie des Kalten Krieges" kann der Band seiner Auffassung nach jedoch nicht bieten. Dafür, meint er, fehlt der umfassende Blick in die Archive der "akademischen Unterwelt" der 50er Jahre.
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