Wer heute erwachsen ist, hat als Kind viel über die Nachkriegszeit gehört. Darüber, wie es war, in den Trümmern zu spielen und stundenlang nach Kartoffeln anzustehen. Oder über die Spätheimkehrer. Bewegende Geschichten waren das. Nicht immer ist jetzt noch jemand da, der so schön von früher erzählen kann. Deshalb hat sich Autor Herbert Günther - passend zu den authentischen Kinderfotografien von Karl Heinz Mai - wunderschöne Geschichten ausgedacht, die den Alltag jener Zeit wieder aufleben lassen. Ein Mehrgenerationenbuch zum Eintauchen in eine spannende Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2011
Verena Hoenig ist begeistert von der Machart dieses Buches, das für sie Geschichts-, Familien- und Kinderbuch zugleich ist. Die Fotografien des bedeutenden Nachkriegsfotografen Karl Heinz Mai in Kombination mit den fiktiven Texten Herbert Günthers ergeben für die Rezensentin eine Zeitreise ins Nachkriegsdeutschland, die durch die persönlichen Erfahrungen des Autors, eines Zeitgenossen jener Kinder auf den Bildern, wie Hoenig betont, entscheidend bereichert wird. Die Geschichten, die der Autor sich zu den Bildern ausdenkt, haben Hoenig sichtlich mitgerissen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2011
Rezensent Tilman Spreckelsen hat dieses Buch ausgesprochen gern gelesen. Es ist sehr ungewöhnlich für ein Kinderbuch. Es zeigt nämlich Fotos aus dem zerstörten Leipzig unmittelbar nach Kriegsende. Fast immer sind Kinder darauf zu sehen - Erwachsene eher selten - die so unbekümmert sind, wie alle Kinder und doch vom Krieg gezeichnet, wie die kleine Annie, die nach dem Tod ihres gelähmten Vaters "gleichzeitig erstarrt und erlöst" zu sein scheint, so Spreckelsen. Herbert Günther hat zu jedem Bild einen kleinen Text geschrieben, der ohne je einen "falschen Ton" anzuschlagen eine kleine Geschichte um die Bilder webt, lobt Spreckelsen. Er hofft auch, dass der Fotograf Karl Heinz Mai im Westen besser bekannt wird.
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