Das Begleitbuch zur ARD-Sendereihe Politische Morde untersucht den Tod auf Bestellung in acht Fällen, die den Lauf des 20. Jahrhunderts veränderten. In den Beiträgen werden die Hintergründe der Morde an Patrice Lumumba, Dag Hammerskjöld, Martin Luther King, Robert Kennedy, Aldo Moro, Lord Mountbatten, Anwar-el Sadat und Roberto Calvi geschildert. Dabei werden Zusammenhänge enthüllt, die bisher im Dunklen geblieben sind, und der skrupellose Einsatz von Mord als Mittel der Politik beschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2001
Annette Weinke findet das Buch mit acht Reportagen über politische Morde in staatlichem Auftrag - entstanden als Begleitheft zu einer Dokumentarfilmreihe der ARD - "spannend geschrieben", macht aber auch auf die problematischen Aspekte dieses "investigativen Journalismus" aufmerksam. So sei das Interesse an den staatlich initiierten Morden während des Kalten Krieges durch ein "nostalgisch zu nennendes Geschichtsbewusstsein" gespeist, das einzelne "Personen an Stelle von Strukturen" als die wichtigsten "Träger von Geschichte" versteht. "Befremdlich" findet die Rezensentin die Einschätzung des italienischen Bankiers, der 1982 ermordet wurde: ihrer Ansicht nach war er nicht - wie im Buch dargestellt - ein "nützlicher Idiot einer vatikanisch-amerikanischen Allianz", sondern ein "kriminelles Schwergewicht". Diese Fehleinschätzung sei einem moralischen Standpunkt geschuldet, der in diesem Fall auf "Abwege führt", so die Rezensentin tadelnd. Geradezu "geschichtsverfälschend" aber findet sie die Charakterisierung der polnischen "Solidarnosc" als "Produkt" der "Macht der Geheimdienste". Das geht ihrer Ansicht nach entschieden an den Tatsachen vorbei.
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